Die katholische Pfarrgemeinde St. Fides Grafenhausen hat es ermöglicht, bei drei Führungen das imposante und denkmalgeschützte Pfarrhaus nicht nur von außen, sondern auch von innen kennenzulernen. Die Führungen stießen auf große Resonanz. Rund 80 Besucher nahmen daran teil, die sich von den Verantwortlichen aus dem Pfarrgemeinderat oder aus dem Gemeindeteam über die aktuelle Situation und die daraus entstandenen Diskussionen informieren ließen. Im Wesentlichen ging und geht es auch künftig darum, wie das geräumige Pfarrhaus mit einer neuen sinnvollen Nutzung auch für die katholische Pfarrgemeinde nutzbar erhalten bleiben könnte.

Die letzte Besichtigung des Pfarrhauses fand unter der Leitung von Pfarrer Christoph Eichkorn statt. Er lieferte schon im Außenbereich und vor dem Betreten des Gebäudes viele Informationen und technische Daten zu seiner Entstehung. So erfuhren die Teilnehmer, dass das Pfarrhaus als Probsteigebäude der Abtei St. Blasien in den Jahren 1763 bis 1766 unter den Äbten Meinrad II. und Martin II. Gerbert errichtet worden war. Als Zeichen der ehemaligen Herrschaft der Domstadt ziert heute noch das Wappen mit dem springenden Hirsch und den zwei gekreuzten Tannenbäumchen den Südgiebel des ehrwürdigen Gebäudes.

Riesige Flure prägen das Innere des Pfarrhauses.
Riesige Flure prägen das Innere des Pfarrhauses. | Bild: Chris Seifried

Seine Größe beträgt inklusive der Mauern 2016 Quadratmeter, die Nutzfläche hat netto 1567 Quadratmeter, wobei jedes der beiden bewohnbaren Geschosse 418 Quadratmeter aufweist. Nach einem Brand im Jahr 1928, dem große Teile der Innenausstattung sowie die Zehntscheuer an der Westseite mit einem riesigen Kellergewölbe zum Opfer fielen, wurde seitens der badischen Hochbauverwaltung mit dem sofortigen Wiederaufbau nach dem alten Grundriss begonnen. Dabei waren viele notwendige Arbeiten von Grafenhausener Handwerksbetrieben ausgeführt worden.

Nicht nur von der Geräumigkeit im Inneren, mit zwei Treppenhäusern, großen langen Fluren, mehreren Amtszimmern und einer gewaltigen Dachstuhlkonstruktion, zeigten sich die Besucher beeindruckt. Auch über die reiche Ausstattung mit Stuckdecken und kunstvollen Öfen staunten die Führungsteilnehmer.

Besucher beim Rundgang vor dem Majolika-Kachelofen in einem der Amtszimmer.
Besucher beim Rundgang vor dem Majolika-Kachelofen in einem der Amtszimmer. | Bild: Chris Seifried

Im Zuge der kirchlichen Entwicklung bis 2030 stehen die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde vor großen Herausforderungen. Bedingt durch rückläufige Einnahmen aus der Kirchensteuer wird die Pfarrgemeinde St. Fides Grafenhausen das Kindergartengebäude sowie das Pfarrhaus nicht weiter finanzieren und unterhalten können. Ein informeller Gebäudeausschuss unter der Leitung von Bernhard Gut und Waltraud Baschnagel wurde gegründet. Seine Aufgabe ist es, Informationen zu sammeln und zukunftsorientierte Konzepte zu erarbeiten. Auch werden gute Ideen von Bürgern der Gemeinde gewünscht.

Grundsätzlich stehen die Gebäude der Pfarrgemeinde St. Fides Grafenhausen zum Verkauf. Noch sei allerdings alles offen, was Pfarrhaus und Kindergartengebäude anbelangt, heißt es seitens des kirchlichen Ausschusses. Aktuell erstelle die Freiburger Firma Sutter 3 eine Ausarbeitung für eine Umnutzung des Pfarrhauses mit Lösungsvorschlägen und Ideen.