Werner Steinhart

„Das Blütenhonigjahr war ein hervorragendes Jahr“, freut sich der Vorsitzende des Imkervereins Brendener Berg, Edgar Böhler. Solch ein erfreuliches Ergebnis hängt nicht nur vom Wetter ab. Die Pflege der Bienenvölker über das Jahr hinweg setzt auch eine mühevolle Arbeit durch die Imker voraus.

Drei Imker aus Leidenschaft

Die langjährig erfahrenen Imker Edgar Böhler, Karl Wetzel und Dominic Morath vom Imkerverein Brendener Berg erzählen über die alljährliche Arbeit mit ihren Bienen und zeigen die faszinierende Welt dieser fleißigen Tierchen auf.

Herbst und Winter ist Ruhezeit für die Bienen auf dem Brendener Berg. Die drei Imker (von links) Karl Wetzel, Dominic Morath und Edgar ...
Herbst und Winter ist Ruhezeit für die Bienen auf dem Brendener Berg. Die drei Imker (von links) Karl Wetzel, Dominic Morath und Edgar Bähler erzählen über das Bienenjahr und die Arbeit der Imker. | Bild: Werner Steinhart

Edgar Böhler hatte bereits als Zehnjähriger bei seinem Opa die Welt der Bienen kennengelernt und ist bis heute fasziniert und engagiert in Sachen Imkerei und das inzwischen 44 Jahre lang.

Auch Karl Wetzel kann schon auf 35 Jahre Imkerei zurückblicken. Dominic Morath aus Brenden belegte mit zehn Jahren einen Jungimkerkurs beim inzwischen verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Imkervereins Brendener Berg, Andreas Fleig. Er ist inzwischen 22 Jahre dabei.

Wenn draußen die Temperaturen auf den Schwarzwaldhöhen sinken, hat der Imker dennoch Arbeit, weiß Edgar Böhler. So müssen beispielsweise die Bienenrähmchen gereinigt, repariert und die Bienenkästen desinfiziert werden. Wachs wird eingeschmolzen und neue Mittelwände werden gegossen. Kreative Imker fertigen Wachskerzen an.

„Ohne Behandlung geht nichts“, erklärt Dominic Morath und er weist auf die Milbenbehandlung in den Monaten November und Dezember hin. Der weltweit verbreiteten Varoa-Milbe muss Einhalt geboten werden. „Das Bienenvolk muss vital ins neue Bienenjahr kommen“, berichtet Edgar Böhler.

Edgar Böhler demonstrierte beim Tag des offenen Bienenhauses im Juli dieses Jahres den Schleudervorgang, nachdem die Wachsschicht ...
Edgar Böhler demonstrierte beim Tag des offenen Bienenhauses im Juli dieses Jahres den Schleudervorgang, nachdem die Wachsschicht entfernt wurde. | Bild: Werner Steinhart

Die Imker vom Brendener Berg entnehmen nicht allen Kästen Honig. Sie lassen den Bienen noch Nahrung für die Wintermonate. Zusätzlich wird mit Flüssigzucker gefüttert. Ab März – je nach Temperatur – fliegen die Bienen wieder, die Pollen der Haselnuss sind dann das erste Nahrungsmittel.

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So ein Bienenvolk kann bis zu 30.000 Bienen umfassen. Starke Völker bringen es im Sommer auf bis zu 80.000 Bienen, weiß Edgar Böhler. Von Oktober bis Mai spricht der Imker von der Winterbiene, ab Mai von der Sommerbiene, dann gibt‘s für die Bienen Arbeit auf den Wiesen der Umgebung.

Den Nektar holen die Bienen kilometerweit. „Meine Bienenstöcke stehen am Südrand von Berau, und so kann es schon sein, dass die Bienen übers Schlüchttal bis nach Aichen fliegen“, erzählt Karl Wetzel. Die Königin legt täglich bis zu 1500 Eier, es beginnt die Schwarmzeit. Ab Sonnwende geht es dann mit der Brut zurück.

Bis zu 25 Kilogramm Honig pro Jahr und Bienenvolk

„Ein letztes Mal wird der Imker dann Ende Juli, Anfang August schleudern“, erklärt Edgar Böhler. 20 bis 25 Kilogramm Honig kann ein Bienenvolk in einem normalen Jahr auf dem Brendener Berg liefern.

Das süße Erzeugnis. Der Blütenhonigertrag war in diesem Jahr besondes gut.
Das süße Erzeugnis. Der Blütenhonigertrag war in diesem Jahr besondes gut. | Bild: Werner Steinhart

Die Arbeit mit den Bienen ist faszinierend und spannend, findet Karl Wetzel: „Die Arbeit wiederholt sich jedes Jahr, nur die Natur, das Wetter ändert sich jedes Jahr.“ Und so ergab sich in den vergangen zwei Jahren ein Gegensatz: 2021 hatten die Imker keine Schleuder in Gang setzen müssen, es gab keinen Honig.

In diesem Jahr war das Blütenhonigjahr hingegen äußerst erfolgreich. Die Arbeit hat sich den Imkern zufolge gelohnt. Dann aber kam die extreme Trockenheit – die Waldhonigernte blieb, bis auf eine kleine Ernte zu Anfang des Sommers, aus. Jetzt warten die Imker auf dem Brendener Berg auf das neue Bienenjahr.

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