Jubilarin Agnes Zumpe blickt auf ein bewegtes Leben mit Höhen und Tiefen zurück. Im fünf Generationen zählenden Familienkreis soll das Fest gebührend gefeiert werden.

Am 30. Mai 1942 geboren wuchs Agnes Zumpe geb. Götz in Berau auf. Der Vater war 1942 vor ihrer Geburt im Krieg gefallen. Zusammen mit der 97-jährigen Mutter, Sohn und Familie mit drei Enkelkindern lebt sie im Vier-Generationen-Haus. Das ein Kilometer vom Ortskern entfernte Haus war bis 1949 als letzter Haushalt Beraus ohne elektrischen Strom. Mit einer Karbidlampe wurde bei Dunkelheit gelesen. 1949 heiratete die Mutter. Die Familie wuchs mit sechs Halbgeschwistern. Als die Mutter mit dem Stiefvater und den Geschwistern wegzog, blieb Agnes bei den Großeltern. Nach dem Schulabschluss begann sie 13-jährig eine Kochlehre bei Ordensschwestern in Blumberg. „Dort hat es mir gefallen, ich hatte eine gute Ausbildung.“

Es folgten Berufsjahre und wechselnde Stellen, da die junge Frau nur von Spätherbst bis Juli von zu Hause weg sein konnte, da die Großeltern daheim in der Landwirtschaft ihre Hilfe brauchten. 1960 lernte sie in Rheinau im Gasthaus Kranz Fritz Zumpe aus Dresden kennen. Die beiden heirateten 1961. Fritz Zumpe arbeitete in Zurzach als Zimmermann und war beim Bau des Zurzach-Turmes dabei. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, die alle in Berau leben. „Zemme hebe“, sei das Credo der Familie.

Agnes Zumpe war 15 Jahre Mitglied des Ortschaftsrates und zehn Jahre Gemeinderätin. Für die Jubilarin habe bei Entscheidungen Herz und Verstand gezählt. 50 Jahre war sie im Landfrauenverein aktiv und war drei Jahre dessen Vorsitzende. In der Narrenzunft Wurzelsepp, der sie 42 Jahre angehört, ist sie Ehrenmitglied. Einmal jährlich treffen sich die Zunftmitglieder nach dem Arbeitseinsatz als Wegpaten in Zumpes großem Garten zum Abschlussgrillen. Dem Männerchor blieb sie auch nach dem Tod ihres Mannes verbunden.

Die Jubilarin arbeitet noch gerne in ihrem Garten, züchtet Tomaten- und andere Setzlinge und freut sich über das frische Gemüse und die vielen Blumen. Inzwischen helfen oft Kinder und Enkelkinder bei der Gartenarbeit. „Meine Kinder kümmern sich immer um mich, besonders, wenn ich krank bin“, erzählt Agnes Zumpe. Ihr weiteres Hobby ist Stricken. Die Enkelkinder aufwachsen zu sehen und die Familie seien ihr größtes Glück im Leben. Zu den Geburtstagsgratulanten gehören neben der eigenen Mutter, Kindern und Geschwistern 15 Enkelkinder und 18 Urenkel.