Kaffee oder Tee? Im Rahmen der SWR-Sendung erläuterte der Grafenhausener Holzbildhauer Simon Stiegeler die Kunst des Maskenschnitzens. Der Künstler schnitzt aber nicht nur in der fünften Jahreszeit, er macht noch andere, interessante Dinge. Aktuell fertigt er ein Dutzend Porträtmasken für das Elsässische Museum in Straßburg. Auch ist Simon Stiegeler als künstlerischer Leiter beim diesjährigen Künstlersymposium in Grafenhausen aktiv. Womit sich der Künstler aus dem Schwarzwald auch immer beschäftigt: Es ist immer Holz im Spiel.

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In der Tat: Bei Simon Stiegeler dreht sich alles um Holz. Aus jedem Holzklotz fertigt er im wahrsten Sinne des Wortes ein Kunstwerk. Eine Begabung, die ihm wohl schon in die Wiege gelegt wurde, denn auch sein Vater war Holzbildhauer. So war es nicht verwunderlich, dass Sohn Simon in der kleinen Künstlerwerkstatt von Kindesbeinen an immer dabei war.

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Heute ist sich Simon Stiegeler sicher, dass er seine berufliche Erfüllung in der Schnitzerei gefunden hat. Sein Element ist Holz, das er mit Leben erfüllt. Beim Betrachten seiner Arbeiten wird dies auch deutlich – egal ob es sich um moderne Flügelwesen – die sich zwischen Himmel und Erde befinden – oder um robuste, liebevolle oder mitunter furchteinflößende Fasnetmasken handelt: Beim Arbeiten taucht der Künstler nach seinen eigenen Worten voll in das zu entstehende Kunstwerk ein.

Simon Stiegeler fertigt für das Elsässische Museum in Straßburg/Frankreich ein Dutzend Porträtmasken an.
Simon Stiegeler fertigt für das Elsässische Museum in Straßburg/Frankreich ein Dutzend Porträtmasken an. | Bild: Wilfried Dieckmann

Beim Entstehen beispielsweise einer Maske wiegt der Lindenholzklotz anfangs noch rund vier Kilogramm, beim fertigen Kunstwerk sind es schließlich nur noch 800 Gramm. Die Grafenhausener Holzbildhauerei Stiegeler stellt übrigens für mehr als 180 Fastnachtsgruppen, weit über den süddeutschen Raum hinaus, Masken her.

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Wie viel Zeit benötigt der Holzbildhauer eigentlich für die Herstellung einer hölzernen Maske? „Bei einer Gruppenmaske sind es zwischen zwölf und 14 Stunden, bei einem Einzelstück sind es aber weit über 20 Stunden“, verrät Simon Stiegeler.

Masken für Elsässisches Museum

Aktuell werden von dem Künstler aus dem Schwarzwald ein Dutzend Porträtmasken für das Elsässische Museum in Straßburg/Frankreich angefertigt, das sich die Würdigung der Volkskunst und der Volkstraditionen des Elsass auf die Fahne geschrieben hat. Um immer wieder neue Perspektiven zu eröffnen, organisiert das Elsässische Museum zahlreiche Veranstaltungen und Sonderausstellungen. Sie sind Zeugnisse des beständigen Bestrebens, Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden. Simon Stiegeler hat nach alten Vorlagen eines elsässischen Künstlers für ein neues Museumsprojekt zwölf Porträtmasken entworfen und geschnitzt. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, nach alten Karikaturen neue Porträts in Maskenform zu kreieren. „Das aufwendige und schwierige dabei ist es, da die Zeichnungen von Strichen leben, diese in Dreidimensionalität zu bringen“, hob Simon Stiegeler hervor.

Workshop und Symposium

Von Freitag bis Sonntag, 27. bis 29. März, bietet der Künstler einen mehrtägigen Workshop an, bei dem von den Teilnehmern neben freien Arbeiten auch Masken hergestellt werden können. Darüber hinaus findet am Freitag, 17. April, ein weiterer Workshop statt, der sich aber nur auf einen Tag beschränkt.