Der SWR strahlt seit 2016 die Sendung Landleben 4.0 im Fernsehen aus, bei der das Leben auf dem Land beleuchtet wird. Corinna Vogt und Kerstin Kaiser hatten sich im Dezember für die Sendung mit dem Projekt Freilichtspiele im Kloster Riedern am Wald beworben. Im Beisein auch von Bürgermeister Michael Scharf und Tobias Gantert im Landratsamt weckten sie das Interesse der Produzenten und konnten SWR-Redakteurin Mia Funk mit ihrem Referat über den Verein "Zeitschleuse" und deren Projekte begeistern.

Proben im Klostergarten Riedern für das Freilichttheater, das 2019 aufgeführt werden soll.
Proben im Klostergarten Riedern für das Freilichttheater, das 2019 aufgeführt werden soll. | Bild: Ursula Ortlieb

Nun besuchte Mia Funk eine Theaterprobe des Freilichttheaters im Kloster Riedern, um vor den anstehenden Fernsehaufnahmen einen Einblick insbesondere in die Theaterarbeit für das Stück "Zwischen den Welten" der Autorin Erika Buhr, frei nach H.E. Kromer, zu bekommen. Das Stück handelt von der Auswanderung der Schwarzwaldbauern um 1850 nach Amerika. Dies ist ein Thema, das heute so aktuell ist wie damals. Es geht um Flüchtlinge, Krieg, Wirtschaftskrise und Landflucht. Corinna Vogt, Kerstin Kaiser und Thomas Fechtig als Vereinsführung konnten der interessierten Redakteurin auch erzählen, dass Schauspieler und Helfer aus ganz Ühlingen-Birkendorf mitmachen.

Laienschauspieler bei der Probe am Montagabend.
Laienschauspieler bei der Probe am Montagabend. | Bild: Ursula Ortlieb

Auch über die schwierigen Zeiten nach der Gemeindereform konnte Thomas Fechtig als ehemaliger Bürgermeister berichten. Die Theatergruppe hat sich zum Ziel gesetzt, mit Leuten aus allen acht Ortsteilen, ein gemeinschaftliches, verbindendes Projekt zu schaffen, das weiter zusammenführt und die Dorfgemeinschaft zusammenbringt. Folgende Fragen möchte Mia Funk beleuchten: Welche Eigeninitiative entsteht auf dem Lande? Welche lebenswerte und liebenswerte Dorfgemeinschaften werden gepflegt? Warum es sich lohnt auf dem Land zu leben? "Dass sich so viele Menschen jeden Alters so begeistert ehrenamtlich und professionell engagieren, beeindruckt. Spielerisch wird hier Gemeinschaft gelebt und zusammengeführt. Hier entsteht ein Wir-Gefühlt, das Politik nicht leisten kann!", lobt Mia Funk beim Abschied von der über 50-köpfigen Laienschauspielgruppe, die an diesem Abend anwesend war.