Ühlingen-Birkendorf "Regiobüro" eröffnet: Flexibler Arbeitsraum soll Ort beleben

Das „Regiobüro“ eröffnet am Samstag im alten Rathaus in Ühlingen. Hier kann sich jederder kann auf Zeit einen Arbeitsplatz oder Seminarraum mieten.

Was im alten Ühlinger Rathaus in der Hauptstraße eröffnet wird, ist ein Versuch, den Ort aufzuwerten. Ein Versuch, flexiblen Raum für Arbeit, Dienstleistungen und Veranstaltungen zu schaffen. Ein Versuch, Arbeitnehmern eine Alternative zum Pendeln aufzuzeigen – so lässt sich beschreiben, was unter der Leitung von Wilhelm Klauser als „Regiobüro“ entstehen soll. Mit einer Präsentation des Konzepts geht am Samstag um 14 Uhr die Eröffnung des „Regiobüro“ los. In lockerer Atmosphäre kann sich jeder die Räume anschauen.

Was erst einmal abstrakt klingt, ist an sich schnell erklärt. In den Räumen des alten Rathauses entstehen Arbeitsplätze aus Schreibtisch und Bürostuhl, die jedermann anmieten kann. Das geht für einen Tag, für mehrere oder auch regelmäßig, etwa jede Woche für einen Tag. Dazu gibt es einen Besprechungsraum, den Privatleute, Firmen oder Vereine ebenfalls anmieten können, etwa für Seminare. Zudem wird eine abtrennbare Besprechungszone geschaffen, die sich etwa Dienstleister anmieten wollen, wenn sie in Ühlingen keine Büro haben, aber dort eine Sprechstunde anbieten wollen. Die Räume sind einfach gehalten und so flexibel, dass sie bei verschiedenen Nutzungen in Minuten umgebaut werden können.

„Wir müssen die Chancen im ländlichen Raum sehen, nicht nur die Probleme“, sagt Wilhelm Klauser von der Firma Initialdesign, die das Projekt mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf und des Landkreises sowie mit von Sedus gesponsorten Möbeln umsetzt. „Jeder jammert immer nur, dass der ländliche Raum ausblutet, aber dann muss man eben etwas dagegegen machen – und das ist so ein Versuch“, so Klauser. Besonders die Digitalisierung böte dafür die Gelegenheit, da dank Internet auch von ganz anderen Orten aus als einem festen Büro gearbeitet werden kann.

Laut Klauser pendeln jeden Tag 1500 Menschen aus dem Schlüchttal ins Rheintal zum Arbeiten. Sie sind die Haupt-Zielgruppe des Angebots. „Statt jeden Tag zwei Stunden im Auto zu verbringen, ist es vielleicht für den ein oder anderen eine Option, drei Tage im Büro zu sein und zwei Tage von hier zu arbeiten“, so Klauser. Und im Unterschied zur Heimarbeit, wo zwischen Rasen mähen, Kindern und Küche verschiedenste Ablenkungen warten können, herrsche im Regiobüro Arbeitsatmosphäre.

Weitere Zielgruppen sind Touristen, die lieber etwas länger bleiben und dafür zwischendurch mal einige Stunden in Ruhe arbeiten wollen oder kreative Freiberufler, die keinen festen Arbeitsplatz benötigen. „Wir wollen hier auch eine soziale Atmosphäre schaffen, in der man neue Leute kennen lernen kann“, so Klauser.

Auf drei Jahre ist das Projekt vorerst angelegt. In größeren Städten haben solche Geschäftsräume auf Zeit großen Erfolg. Klauser, der sein Büro von Berlin zur Eröffnung teilweise hier her verlagern wird, betont gleich, was das „Regiobüro“ nicht sein soll: „Kein Dorfgemeinschaftshaus und auch kein bloßer Raum für Feierlichkeiten. Wir wollen hier niemanden das Wasser abgraben.“ In dem Gebäude Veranstaltungsserien aufzulegen sei in Zukunft aber denkbar.

Das Konzept

Sich einen Tag einen Arbeitsplatz im Regiobüro anzumieten, kostet 25 Euro. Je regelmäßiger man bucht, umso niedriger fällt der Preis pro Tag aus. Wenn man beispielsweise fest für ein Jahr wöchentlich zwei Tage im Gemeinschaftsbüro bucht, kostet das in der Endabrechnung 1125 Euro. Den größeren Besprechungsraum für vier Leute komplett zu buchen, kostet für vier Stunden zwischen 60 Euro und bei vielen Buchungen 39 Euro.

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