Damit sensible Naturbereiche dauerhaft erhalten bleiben, müssen sie unter besonderen Schutz gestellt werden. Dazu gehört auch die Wacholderheide unmittelbar neben dem Skilift in Brünlisbach. Damit sich die wertvollen Bestände an Heidekraut, Arnika und Wacholder entwickeln können, sind alle sieben bis acht Jahre Pflegemaßnahmen erforderlich. Noch im Oktober soll mit Gemeinde, Forst und Nabu festgelegt werden, wann die nächste Aktion stattfinden soll.

Bei entsprechender Pflege entwickeln sich Lebensräume.
Bei entsprechender Pflege entwickeln sich Lebensräume. | Bild: Wilfried Dieckmann

Mit finanzieller Unterstützung für Biotop- und Landschaftspflege wird die Wacholderheide in Brünlisbach, die ohne Frage als eine Rarität bezeichnet werden kann, regelmäßig gepflegt. Die erste geförderte Pflegemaßnahme wurde in den Jahren 1989/90 vom Forst durchgeführt. Wie sich der damalige Revierleiter Hartmuth Frank erinnerte, flossen damals rund 5000 Mark aus dem Zuschusstopf „Modellgebiet Südschwarzwald“. Im Turnus von acht bis zehn Jahren müssen die wertvollen Bestände von Heidekraut, Wacholder und der Heilpflanze Arnika freigehalten werden.

Fichten übernehmen in dem Schutzgebiet ohne Pflegemaßnahmen schnell Überhand.
Fichten übernehmen in dem Schutzgebiet ohne Pflegemaßnahmen schnell Überhand. | Bild: Wilfried Dieckmann

Das bedeutet: Zitterpappeln, Birken und Fichten müssen entfernt werden. Bei diesen Maßnahmen handelt es sich aber nicht um Kahlschläge. Im Gegenteil. Neben den zu schützenden Arten bleiben auch größere Fichten oder Birken stehen, die sich in einem natürlichen Landschaftsbild entwickeln können. Wenn aber nichts getan wird, dann gewinnen die genannten Hölzer die Überhand, und die Wacholderheide gehört der Vergangenheit an.

Pflegemaßnahmen nicht zum Nulltarif

Nicht nur der ehemalige Gemeindeförster Frank, auch der heutige Revierleiter in Grafenhausen, Friedrich Hugel, sind sich einig, dass der Weidberg in Brünlisbach zwischen Skilift und Feriendorf für die Kulturlandschaft unverzichtbar ist und als kulturhistorisches Element erhalten werden muss. Pflegemaßnahmen aber sind nicht zum Nulltarif zu haben. Darüber sind sich die Verantwortlichen einig. Zur Finanzierung gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann die Maßnahme von der Gemeinde Grafenhausen in Form einer Ausgleichsmaßnahme für das künftige Baugebiet „Kälberweide II“ oder über Zuschüsse gemäß den Landschaftspflegerichtlinien finanziert werden.

Lupine breiten sich rasant aus

Aber auch der Skihang in Brünlisbach beherbergt als saure Magerwiese eine Vielzahl an seltenen Pflanzen und Tieren. Es breiten sich wie auf vielen Wiesen des Schwarzwaldes die aus Amerika stammende Lupine in rasender Geschwindigkeit aus. Ein Mitglied der Nabu-Fotogruppe könnte sich gut vorstellen, mit Schülerinnen und Schülern die Bekämpfung der Lupinen beispielsweise mit einem Aktionstag an einem Freitag anzusetzen.