Nach dem Gottesdienst mit Kräuterweihe, den Pfarrer Okoro zelebrierte, lud die Kfd und das Gemeindeteam in das Haus der Begegnung ein. Der Priester bedankte sich für die Einladung. Seit nunmehr neun Jahren vertritt er im Sommer für vier bis fünf Wochen in der Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal den durch Urlaub abwesenden Pfarrer.

Lebenssituation in Nigeria

Viel hatte man schon über die gefährliche Lebenssituation der Christen in Nigeria erfahren. Deutschland beziehungsweise die Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal sei für ihn immer ein Erleben von Sicherheit und Frieden, Gottesdienste ohne Polizeischutz und ohne Terrorgefahr, sagt Okoro. "Zu Hause können wir nicht ohne Angst und ohne Polizeischutz die heilige Messe feiern", erzählte der Priester. Es bedeute ihm sehr viel, Menschen hier zu kennen, die ihm freundlich und liebevoll begegnen. Er berichtete über seine Pfarrgemeinde im Norden Nigerias, wo hauptsächlich Moslems leben. Christen seien täglich der Gefahr um Leib und Leben durch Terroristen ausgesetzt. Als Fulani-Hirten getarnt, könne man sie nicht leicht erkennen. Sie hielten sich vielfach in Wäldern auf und überfallen nachts Dörfer, zünden ihre Häuser an und bringen Christen um.

Über Armut und Hunger

"Mit dem Krieg gegen Korruption wird diese durch die jetzige Regierung ernsthaft bekämpft. Es ist schwierig, einen solchen Krieg zu gewinnen, weil Politiker in Banden verstrickt sind und bereit, Terror in verschiedenen Formen zu finanzieren. Sie schüren Stammeskonflikte, finanzieren Boko Haram und Hirten, um Christen zu Tausenden umzubringen, zerstören Kirchen und Schulen und es gibt über drei Millionen Flüchtlinge in Nigeria, die derzeit in den Wäldern und verstreuten Dörfern und Städten leben. Frauen und Kinder sind Opfer von schwerem Hunger und Krankheiten und viele sterben täglich", berichtete der Pfarrer.

Spenden für Hilfsprojekt in Afrika

Er gab Informationen über die bisherige Verwendung der Spenden aus der Seelsorgeeinheit und bedankte sich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass er helfen könne, wo die Not am größten sei. Die Kfd Birkendorf überraschte ihn mit einer Spende von 1000 Euro aus dem Erlös des Chilbi-Standes. Außerdem habe er einen vierstelligen Betrag für sein Hilfsprojekt von einer Birkendorfer Familie erhalten, der ihn sprachlos mache. "Die Menschen brauchen Hilfe und ich danke euch von Herzen. Mein silbernes Priesterjubiläum in diesem Jahr werde ich nicht feiern, sondern Spenden sammeln, um helfen zu können", so seine Worte.

Hilfsprojekt: John Okoro aus Nigeria kommt seit neun Jahren als Urlaubsvertretung in die Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal. Er wirbt für sein Hilfsprojekt und sammelt Spenden. Spendenkonto: Prof. Dr. John Ifeanyi Okoro: IBAN: DE08 6846 2427 0040 9292 07 Volksbank Wutöschingen.