An der Gemeindeverbindungsstraße, die von der L170 in Richtung Bonndorf zur Sommerau abzweigt, haben Biber ein Domizil. Diese Straße wurde von der Gemeinde Grafenhausen Ende Juni aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil unmittelbar über dem Biberbau die Straße eingebrochen ist. Bei einer Öffnung hat sich herausgestellt, dass der Biber einen Großteil der Straße untergraben hat. Die Sperrung durch die Gemeinde war daher auch aus Sicht des Regierungspräsidiums gerechtfertigt.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Gemeindeverbindungsstraße bleibt auch weiterhin gesperrt. Wann ein sicheres Befahren möglich sein wird, steht aber immer noch in den Sternen. „Die Maßnahmen sollen ab Ende August umgesetzt werden. Da Biberwohnhöhlen naturschutzrechtlich geschützt sind und der Biber in Ebersbach Nachwuchs hat, können die Maßnahmen der Bauarbeiten derzeit noch nicht in Angriff genommen werden“, so Heike Spannagel, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) auf Nachfrage. Bürgermeister Christian Behringer fühlt sich seitens des RP im Stich gelassen.

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Mit deutlichen Worten kritisierte er, dass sich bisher „kein verantwortlicher Entscheidungsträger in Grafenhausen hat blicken lassen“. Den so zugewiesenen „Schwarzen Peter“ wollen die Verantwortlichen aber nicht auf sich sitzen lassen. „Das RP hat die Schadensmeldung Ende Juni sehr ernst genommen und umgehend gehandelt. Seither fanden zur Feststellung des Schadens und zur Planung der Reparatur insgesamt fünf Vor-Ort-Termine in Grafenhausen-Ebersbach statt mit Bettina Sättele, der Biberbeauftragten des RP, Vertretern der Gemeinde und Fachfirmen“, so die Pressesprecherin. Das RP habe die Gemeinde Grafenhausen dabei unterstützt, die Biberschäden möglichst rasch zu beseitigen und eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Ziel für die verantwortliche Behörde in Freiburg sei es, „sowohl die Interessen der Verkehrsteilnehmer als auch des Artenschutzes zu vereinbaren“.

Wer übernimmt die Kosten?

In der vergangenen Woche wurde die Straße geöffnet, um die not-wendigen Baumaßnahmen abzuschätzen. Dabei hat sich herausgestellt, dass der Biber einen Großteil der Straße untergraben hat. Die Sperrung durch die Gemeinde war daher auch aus Sicht des Regierungspräsidiums gerechtfertigt. Für die Beseitigung der Straßenschäden sei die Gemeinde als Baulastträger zuständig. Sie müsse daher auch die Kosten tragen.

Bei Kosten scheiden sich die Ansichten

„Hier sind keine Entschädigungsmöglichkeiten vorgesehen“, teilt das RP mit. Dies sieht Grafenhausens Bürgermeister allerdings anders. „Bisher hat das RP in Grafenhausen alle Kosten in Verbindung mit Biberschäden getragen, somit gehe ich auch in diesem Fall davon aus“, sagte Christian Behringer. Das Regierungspräsidium berät die Gemeinde allerdings nur dahingehend, wie die Maßnahmen fachgerecht und unter Berücksichtigung der Artenschutzbelange durchzuführen sind. Um die Akzeptanz für den Biber zu fördern, übernimmt das RP darüber hinaus die Kosten von Präventionsmaßnahmen. „Diese werden in Grafenhausen nun in Absprache mit der Biberbeauftragten Bettina Sättele entwickelt“, teilt das RP mit. Nach derzeitigem Stand könnte das eine Spundwand aus groben Schottersteinen sein, die den Biber davon abhalten soll, die Straße weiterhin zu untergraben.

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