Kürzlich hat am Jugendzeltplatz die erste Grafenhausener Jugendkonferenz stattgefunden. Die Gemeinde hatte im Rahmen des Bürgerforums „2025 – Grafenhausen auf dem Weg in die Zukunft“ junge Menschen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren eingeladen, sich aktiv an der Zukunftsgestaltung in Grafenhausen zu beteiligen.

Nicht nur, dass man die jungen Leute in die sie betreffenden Zukunftsplanungen mit einbinden möchte, es sei auch in den Gemeindesatzungen des Landes festgelegt, dass junge Menschen bei Belangen, die sie betreffen, in den Ortsgremien gehört werden müssen, erläuterte Bürgermeister Christian Behringer.

Elf junge Leute waren aus eigenem Antrieb zu der Veranstaltung an den Schlüchtsee gekommen. Egal ob 16 oder 21 Jahre, sie alle möchten sich für die Belange der Jugendlichen in Grafenhausen einsetzen. Uwe Baumann, der das Bürgerforum mit seinen verschiedenen Workshops seit Anfang 2017 begleitet, moderierte auch diese Veranstaltung.

Treffpunkt im „Bunker„

Zwei Punkte kristallisierten sich im Laufe der angeregten Diskussionen als besonders wichtig für die jungen Leute heraus. Zum Einen die Ausgestaltung des sogenannten „Bunker“ als ein öffentlicher, allen Jugendlichen und möglichst immer offen stehender Treffpunkt; zum Anderen die Nutzung des Vereinsbusses als Shuttlebus, damit die Jugendlichen Veranstaltungen in den Nachbargemeinden besser besuchen können. Dann ging es an die Verteilung der zur Verfügung stehenden Geldmittel.

2000 Euro sind im Gemeindehaushalt für Jugendprojekte vorgesehen. Demokratisch vorbildlich und intensiv argumentierten die jungen Leute für ihre Standpunkte. Schlussendlich stimmte dann eine eindeutige Mehrheit für die Verteilung von 500 Euro für den Bunker und 1500 Euro für den Shuttlebus.

Etwas lange Gesichter gab es da dann schon bei der Bunker-Fraktion. Bürgermeister Christian Behringer war dann auch der Meinung, dass für den Bunker etwas mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden sollten, und sagte aus seinem persönlichen Haushaltsbudget weitere 250 Euro zu, für die Ausgestaltung des Bunkers zu einem öffentlichen Jugendraum.

Nun bekommen die jungen Leute selbstverständlich nicht das Geld einfach in die Hand gedrückt. „Ihr müsst euch eine gewisse Organisation geben, und wir brauchen auch Ansprechpartner“, erklärten der Bürgermeister und Gemeinderat Dominik Seidler. Zwei Mal im Jahr soll künftig ein Jugendplenum stattfinden. Eines davon im Herbst vor den Haushaltsdebatten der Gemeinde.

Projektgruppe „Shuttlebus“

Für die Projektgruppe „Shuttlebus“ fanden sich bereits zwei Vertreter, die einen Plan erarbeiten wollen. Udo Baumann war sich sicher, dass sich auch für die „Bunkergruppe“ Vertreter finden werden. Nach knapp vier Stunden intensiven Austausches waren alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Der Ideenaustausch, die Entwicklung neuer Ideen und schlussendlich der sinnvolle Einsatz des zu Verfügung stehenden Geldes ist eine gute Sache, waren sich die jungen Leute einig.

Diese Jugendkonferenz war die erste. Weitere sollen folgen. Dann wünscht man sich natürlich eine höhere Beteiligung. Vielleicht dürfen dann ja auch schon Jugendliche ab 14 Jahren teilnehmen. Anfragen hatte es bereits gegeben.