Es war ein kleines, aber äußerst begeistertes Publikum, das den Weg ins Kloster gefunden hat, in dem im Rahmen des 28. Hochschwarzwälder Jazzsommers das Duo Twilight mit Geigerin Sylvia Oelkrug und Pianist Michael Sattler gastierte. Mit ihren unterschiedlichen musikalischen Temperamenten brachten die beiden Musiker Jazz und Tango virtuos und gekonnt zusammen.

Es sind die Schnittmengen zwischen Tango Nuevo und Jazz, welche die beiden Musiker begeistern. So kommen ein Piazzola-Tango als Jazz-Ballade oder ein Bossa Nova "Tangoesk" daher. Geigerin Sylvia Oelkrug und Pianist Michael Sattler sind einerseits Solisten, was in ihren jeweiligen Parts zum Ausdruck kam, andererseits begeistern sie mit phantasievollem Zusammenspiel.

Den Auftalt machte Piazzolas Libertango, wobei die generell melancholische Stimmung der Musik eines Tangos zum Ausdruck kam, was aber dann unerwartet in jazzige Klänge überging. Geigerin Sylvia Oelkrug holte aus ihrem Instrument alle Facetten heraus, von temperamentvoll feurig bis dezent melancholisch. Einen der wenigen Tangos, den Kurt Weill komponierte, "Youkali", entführte melodiös melancholisch in ein magisches Land der Wünsche und Hoffnungen. Interpretationen von Astor Piazzolas Tango Nuevo standen im Mittelpunkt des Abends. So zeigte sich der Frühling aus dem Zyklus "Vier Jahreszeiten" ebenso kraftvoll interpretiert wie der Herbst, bei dem man musikalisch sowohl die kräftigen Farben als auch die milden Herbsttage spürte. Es war eine begeisternde Zwiesprache zwischen Violine und Klavier, wobei Pianist Michael Sattler in seinen Soli jazzige Akzente setzte.

Ob Balladen oder lateinamerikanische Rumba-Rhythmen, das Publikum zeigte sich begeistert und sparte nicht mit Beifall. Einen mächtigen Ausklang des Konzerts bildete dann nochmals ein Piazzola Tango. Doch bevor die beiden Musiker den Treppenwinkel im Kloster verlassen durften, kamen sie um eine Zugabe nicht herum. Mit Kurt Weills "Ballade von Mackie Messer" endete ein hervorragender Jazz-Abend.