Um Perspektiven der Landwirtschaft ging es beim Bürgerdialog mit der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann am Freitagabend in Birkendorf. Der CDU-Gemeinde- und Kreisverband hatten ins Haus des Gastes eingeladen. „Landwirtschaft geht uns alle an“, begrüßte die Vorsitzende Gabriele Schmidt rund 80 Besucher, darunter viele Landwirte. 

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Ein besonderer Gruß ging an die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU und Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung im Bundestag, Gitta Connemann, die mit dem Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner direkt aus Berlin angereist war. Zudem begrüßte sie die Podiumsgäste, die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller aus Rheinfelden, den BLHV-Vorsitzenden Oswald Tröndle und Rita Billich.

Unter dem Eindruck der Bauerndemonstration vor dem Brandenburger Tor hatte Schreiner seine Kollegin Connemann zum Dialog mit Landwirten und Waldbewirtschaftern nach Birkendorf gebeten. „Wir erleben bewegte Zeiten und große Herausforderungen. 1600 Hektar Wald sind durch Trockenheit, Borkenkäfer und Sturm stehend K.O. und so mancher Waldbesitzer kann es sich einfach nicht mehr leisten, seinen Wald zu bewirtschaften“, so Schreiner in seiner Einführung.

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„Moin“, mit dem ostfriesischen Gruß aus ihrer Heimat eröffnete Gitta Connemann in Plattdeutsch den Dialog und drückte damit aus: „So unterschiedlich die Sprache und Regionen der Republik, so unterschiedlich sind die Bedingungen deutscher Landwirte.“ Ihr informativer und unterhaltsamer Vortrag zu agrarpolitischen Themen, die unter den Nägeln brennen, kam bei den Bauern gut an. „Arten- und Naturschutz ist nur mit den Landwirten möglich. Die Bauern bewältigen den Spagat zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit. Dass das Thema Tierschutz in Menschenhass umschlägt – soweit darf es nicht kommen“, so Connemann.

Fragen und Stimmen der Besucher

Im Anschluss an ihre Ausführungen nutzten Besucher die Gelegenheit zur Aussprache. Die Bundestagsabgeordnete hörte aufmerksam zu und ging auf alle Fragen ein. Dass sie den Bauern aus der Seele sprach, wurde durch viel Zwischenapplaus deutlich. „Die kennt sich aus und weiß wovon sie spricht“, bestätigten die Zuhörer unisono. „Für Entscheidungen sind Mehrheiten in den verschiedenen Gremien nötig und das ist nicht leicht. Wir kämpfen dafür“, so Connemann.

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Rita Billich vom Ferkelerzeugungsbetrieb in Schwerzen berichtete von Frust und Freude als Landwirt. Ihr fehle es an Transparenz bei der Ausweisung von FFH-Gebieten und als Folge fehlen Flächen zur Ausbringung der Gülle. „Wir Landwirte wollen gutes Wasser und brauchen Beratung und Begleitung.“ Bei Demonstrationen in Stuttgart und Berlin habe sie gespürt: „Wir Bauern sind wer!“ Dies bekräftigte auch Sabine Hartmann-Müller: „Durch die Unterschriftsaktion zum Artenschutz kam es zur Debatte im Landtag.“

30 Prozent Vollerwerbslandwirte im Kreis

„Wir verdienen Wertschätzung und angemessene Bezahlung. Wir fordern gerechten Wettbewerb mit Schweizer Landwirten, die hier Flächen bewirtschaften, aber der Schweizer Markt bleibt bisher verschlossen. Hier muss endlich eine Lösung her!“, unterstrich Oswald Tröndle. Von verbliebenen 30 Prozent Vollerwerbslandwirten im Kreis Waldshut hätten nur 20 Prozent Nachfolger für den Betrieb. „Wer pflegt die Landschaft, die auch für den Tourismus wichtigster Faktor ist?“ Nichtlandwirt Stefan Meise aus Unteralpfen warf die Frage auf: „Warum fordert ihr nicht euren verdienten finanziellen Anteil für Landschaftspflege?“ Er rief Bauern auf, mit der Bevölkerung zu kooperieren und nicht gegen sie.

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Christina Burkhardt aus Wutöschingen forderte für Schulen als Pflichtfach Ernährungslehre und Umgang mit Lebensmitteln, Haushalts- und Landwirtschaft sowie Angebote zur Weiterbildung der Landwirte. „Bleiben Sie laut“, ermunterte Gitta Connemann die Anwesenden. Mit regionalem Geschenkkorb bedankten sich Felix Schreiner und Gabriele Schmidt bei Gitta Connemann, die nach Kirchzarten weiterreiste. Die Besucher tauschten sich untereinander noch rege aus.