„Miteinander-Füreinander“, so lautet das Motto, das sich die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf vor einigen Jahren gegeben hat. Damit dieses Motto aber keine leere Worthülse bleibt, hatte die Gemeinde zu Nachbarschaftsgesprächen eingeladen, um über das Leben in der Gemeinde zu reflektieren und Zukunftsvisionen für ein künftiges Zusammenleben zu erörtern.

"Man muss den Menschen die Möglichkeit geben, etwas zu bewegen", sagt Gemeinderat Andreas Moosmann.
"Man muss den Menschen die Möglichkeit geben, etwas zu bewegen", sagt Gemeinderat Andreas Moosmann. | Bild: Werner Steinhart

In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montagabend zogen die Moderatoren vom Verein Spes Zukunftsmodelle, die die Nachbarschaftsgespräche begleitet haben, ein äußerst positives Resümee. Das Fazit von Moderator Alexander Hölsch: „Ühlingen-Birkendorf ist hochattraktiv, auch für Menschen, die hierher ziehen wollen.“

  • Teilnehmer: Senioren, Jugendliche und junge Erwachsene, Frauen, gemeinde- und Ortschaftsräte, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung, Helferkreis, Neubürger und Gewerbetreibende waren die Gesprächsgruppen, die an den neun Nachbarschaftsgesprächen teilnahmen. „Wie können wir gemeinsam unseren Lebensraum gestalten“, war das Ziel der Gespräche, erläuterte Alexander Hölsch.
  • Themenbereiche: Neben den für die einzelnen Bevölkerungsgruppen spezifischen Ideen zeichneten sich auch übergeordnete Themenbereiche ab. Diese waren nach Aussage von Alexander Hölsch der Wunsch nach Nachbarschaftshilfe, Kommunikation und Marketing, Treffpunkte und Mobilität sowie Engagement und Ehrenamt. Letzteres bezeichnete er als das Rückgrat der Gemeinde. Alle übergeordneten Themenbereiche verbinden sich im Gemeindelogo „Miteinander-Füreinander“. Die Entwicklung einer Gemeinde, so Hölsch, hänge maßgeblich davon ab, welche Kultur man zusammen pflegt. Und dabei zeigte sich der Moderator für Ühlingen-Birkendorf für die Zukunft gesehen auf einem guten Weg.
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  • Eindrücke von Teilnehmern: Edith Schattmeier war begeistert von den Nachbarschaftsgesprächen. Sie betonte die hohe Gesprächsbereitschaft und die Offenheit im Austausch. Gemeinderat Andreas Moosmann zeigte sich überrascht von den Teilnehmern, die das Ganze im Blickfeld hatten, von den Jugendlichen, die nicht wegziehen wollen. Er kam zu dem Schluss: „ Wir müssen den Menschen die Möglichkeit geben, etwas zu bewegen.“
  • Zukunftsvision: Über ein Projekt, das sich derzeit in der Probephase befindet, informierte Orlando Berger von Spes. Im Projekt „SoNaTe“ soll ein neuartiges digitales Kommunikationsnetzwerk entwickelt werden, das Kommunen und Regionen beim Aufbau sozialer Nachbarschaften unterstützt. Ein „schnelles Miteinander“, so Bürgermeister Gantert
  • Ausblick: Am 19. März findet eine gemeinsame Veranstaltung mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt. Dies ist der Auftakt zur Gründung erster thematischer Arbeitskreise.
  • Kommunalentwicklung: Im Verein Spes Zukunftsmodelle haben sich Menschen zusammengeschlossen, die zur Stärkung der Lebensqualität beitragen wollen, indem sie Methoden zur Bürgerbeteiligung, Modelle für Nahversorgung und Nachbarschaftshilfe, Konzepte mit Blick auf den demografischen Wandel, Initiativen für die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und weitere Zukunftsmodelle für Kommunen entwickeln. Der Verein unterstützt Gemeinden und Regionen, die diese Modelle umsetzen wollen.