Es ist ein kleines, aber feines Museum, das die Ühlinger Fasnacht und die Narrenfigur der Stiegele Chatz im Narrenhüsle dokumentiert. Für Narrenrat und Ortsvorsteher Klaus Müller, der vor mehr als 30 Jahren die Idee zur Einrichtung eines solchen Museums hatte, ist es ein besonderes Anliegen, das alemannische Fasnachtsbrauchtum weiterzutragen.

  • Geschichte des Museums: Schon Ende der 1980er Jahre kam im Narrenverein Ühlingen die Idee auf, im Narrenhüsle die Geschichte der Fasnacht zu dokumentieren. 1991 waren es dann Günter und Erika Sarson, die diese Idee verwirklichten. Nachdem 2007 das Narrenhüsle erweitert wurde, wurde auch das Museum neu konzipiert. Integriert ist das Museum jetzt in den Chatzenrundweg. 2020 können die Stiegele Chatzen ihr 50-jähriges Bestehen feiern.
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  • Führungen und Rundweg: Nicht nur während der närrischen Zeit wird das Narrenmuseum gerne besucht, über das ganze Jahr besteht von Gruppen der Wunsch nach einer Besichtigung, zumeist verbunden mit einem Ortsrundgang. Rund 20 Gruppen, berichtet Klaus Müller, führe er im Jahr durch das Museum und den Chatzenrundweg, beginnend am Narrenhüsli über das sogenannte „Stiegele“, das der Narrenfigur den Namen gab, bis zum Narrenbrunnen und wieder zurück zum Ausgangspunkt.
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  • Die jüngsten Museumsbesucher: Für Klaus Müller ist es ein großes Anliegen, besonders die Jüngsten mit dem Fasnachtsbrauchtum bekannt zu machen. Und so sind unter den Besuchern auch Kindergartengruppen oder Grundschüler gerne zu Gast. Jüngst waren die Vorschulkinder des Ühlinger Kindergartens Purzelbaum zu Gast und Klaus Müller hatte interessierte Zuhörer, die die Bestandteile der Fasnacht vom Narrenbaumstellen bis zur Fasnachtsverbrennung kennenlernten. Sie erfuhren, dass der Schmutzige Donnerstag nichts mit Dreck zu tun hat, sondern mit Schmalz, mit Fett.
Die bekannte Katzenmaske der Ühlinger Stiegele Chatz. Herbert Hofmeier hat das Maskenensemble aus dem mächtigen Stamm eines Kastanienbaums von der Ühlinger Berghausstraße herausgeschnitzt.
Die bekannte Katzenmaske der Ühlinger Stiegele Chatz. Herbert Hofmeier hat das Maskenensemble aus dem mächtigen Stamm eines Kastanienbaums von der Ühlinger Berghausstraße herausgeschnitzt. | Bild: Werner Steinhart

Und dass so eine Maske ganz schön schwer ist, konnte ausprobiert werden. Laut ging es dann zu, als alle Kinder mit einer Rätsche, mit Rollen oder „Saublodere“ Lärm erzeugten und am Ende musste Klaus Müller noch viele Fragen beantworten. „Es ist für mich wichtig, dass schon Kinder das alemannische Fasnachtsbrauchtum erfahren, um es später auch einmal weiterzugeben“, sagt Klaus Müller.

  • Themenbereiche: Neben der Ühlinger Fasnacht, der Fasnetfigur der Stiegele Chatz und der Vorgeschichte, dokumentiert in alten Fotografien, ist ein weiterer Themenbereich der Narrenvereinigung Schlüchttal mit ihren Fasnachtsfiguren gewidmet. Die Stiegele Chatzen waren 1981 Gründungsmitglied. Des Weiteren findet man die fünf Narrenzünfte der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf. Eine besonders kostbare und interessante Vitrine ist der Vorgeschichte der Chatzenmaske gewidmet. Der Ühlinger Künstler und Bildhauer Erich Rastätter hatte die Maske entworfen. Bis zur jetzigen Maske hatte es fünf verschiedene Entwürfe gegeben, alle fünf Varianten in Ton modelliert, kann man dort betrachten.