Der MNT-Raum (Mensch, Natur, Technik) im Gebäude der Werkrealschule Grafenhausen entspricht nicht mehr den Sicherheitsvorschriften und soll komplett saniert werden. Im Rahmen einer Besichtigung erläuterte Rektorin Rotraud Neubauer die Notwendigkeit der Maßnahme. Für die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sind 290.000 Euro im Haushalt eingestellt. Hinzu kommen, im Zuge der energetischen Sanierung, nochmals 100.000 Euro.

Neuer Bildungsplan löst Fächerverbund Chemie und Physik auf

Aus der Fachförderung sind Zuschüsse zu erwarten, auch sollen Finanzmittel aus dem Ausgleichsstock beantragt werden. Der Gemeinderat tat sich angesichts von sinkenden Gewerbesteuereinnahmen und einer Nullrunde im Gemeindewald mit der Entscheidung, den MNT-Raum in der Schule in dieser finanziellen Größenordnung zu sanieren, doch ziemlich schwer.

Auch der Vorbereitungsraum muss komplett modernisiert werden.
Auch der Vorbereitungsraum muss komplett modernisiert werden. | Bild: Wilfried Dieckmann

Bereits im vergangenen Jahr hat die Schulverwaltung gemeinsam mit Bürgermeister und Architekten den Raum, in dem Chemie- und Naturtechnik unterrichtet wird, in Augenschein genommen. Ausgehend von den dringendsten Maßnahmen wurde von 20.000 Euro Kosten ausgegangen. „Der Betrag hatte Bestand, bis die Fachleute kamen“, erläuterte die Rektorin. Hinsichtlich eines neuen Bildungsplans, in dem der Fächerverbund Chemie und Physik aufgelöst wurde, musste die kosmetische Sanierung zu den Akten gelegt werden.

Gegenüber dem alten Bildungsplan werden in den eigenständig unterrichteten Fächern höhere Ansprüche bei den Versuchen angelegt. Wie lange der Bestandsschutz für den derzeitigen Raum von den Schulbehörden noch geduldet werde, konnte die Rektorin nicht beantworten. Eine Komplettsanierung sei somit zwingend angesagt.

Die Kosten

Neben 50.000 Euro für reine Bauarbeiten kommen gemäß den Berechnungen des Architekturbüros Kaiser aus Grafenhausen für technische Anlagen noch einmal knapp 130.000 Euro hinzu, wobei die unterrichtsrelevanten Versorgungsmedien mit knapp 90.000 Euro kräftig zu Buche schlagen. Eingerechnet sind Heizung und Lüftung (5800 Euro), Sanitär (10.400 Euro), Elektro (19.000 Euro), Gasinstallationen (3000 Euro) und Brandschutzeinrichtungen (1400 Euro). Inklusive Tische, Schränke und Stühle sowie Baunebenkosten summiert sich der Gesamtbetrag auf 290.000 Euro.

In Grafenhausen werden in Chemie derzeit die Klassen acht bis zehn unterrichtet. Nach Aussage der Rektorin sollte aber künftig auch die Klasse sieben nach Grafenhausen kommen. Somit könnte der künftig modernisierte Chemieraum auch optimal genutzt werden. In der Schlüchttal-Schule wird trotz hoher Investitionen in Grafenhausen der bestehende MNT-Raum am Standort Ühlingen weiterhin für die fünfte und sechste Klasse erhalten bleiben.

Die Sanierungskosten werden aber nach Angaben der Rektorin nicht so hoch wie in Grafenhausen ausfallen, weil in Ühlingen schwerpunktmäßig mehr Biologie und Natur unterrichtet werde. Die Kosten stehen jedoch noch nicht fest. Auf Wunsch der Gemeinde Ühlingen soll zu diesem Raum erst ein Fachraumplaner gehört werden. Wie Fachlehrerin Bettina Böhler informierte, sei der Raum am Schulstandort Ühlingen in einem besseren Zustand. Die Gasanlagen wurden geprüft, die Lagerung der chemischen Stoffe sei möglich, wenn die Lüftung modernisiert werde. Auch seien Schränke und Möbel nach ihren Angaben in einem guten Zustand.

Sanierungsbeginn in den Sommerferien möglich

Trotz grundsätzlicher Bedenken sprach sich der Gemeinderat nach längerer Diskussion dafür aus, die Kosten für den MNT-Raum im Haushaltsplan zu belassen, die mit 290.000 Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommen noch energetische Sanierungskosten in Höhe von 100.000 Euro für neue Fenster. Die Verwaltung geht davon aus, dass von Seiten der Fachförderung 130.000 Euro Zuschuss kommen werden. Weiterhin soll ein Ausgleichsstockantrag in Höhe von 100.000 Euro beantragt werden. Sofern die Zuschüsse in der Höhe bewilligt werden, könnte mit den Baumaßnahmen in den Sommerferien begonnen werden.