Sie sind früh auf den Beinen: die fleißigen Helfer, die für die Fronleichnams-Prozession der Pfarrei St. Pankratius farbenprächtige Blumenteppiche auslegen. Am Mittwoch hatte das Team um Marlies Fechtig eine Fülle an Blumen gesammelt. Am Fronleichnamstag schauten die Verantwortlichen mit sorgenvollem Blick an den Himmel, denn der Wetterbericht hatte für den Morgen Regen angekündigt. Doch die Niederschläge schreckten nicht ab, und man begann mit dem Blumenteppich-Legen. „Solch eine Wetterlage ist kritisch, und man muss früh am Morgen entscheiden, was man macht“, betonte Pfarrgemeinderat Hubert Bächle.

Kritisch betrachten die Blumenteppichlegerinnen ihr Werk. Vom Portal der Berauer Pfarrkirche ausgehend legten sie einen farbenfrohen Teppich. Bild: Werner Steinhart
Kritisch betrachten die Blumenteppichlegerinnen ihr Werk. Vom Portal der Berauer Pfarrkirche ausgehend legten sie einen farbenfrohen Teppich. Bild: Werner Steinhart

Schöne Kompositionen

Die Entscheidung war richtig, und mit viel Engagement gingen Erwachsene und Kinder an die Arbeit. Zuvor gab‘s zur Stärkung ein ausgiebiges Frühstück im Schwester-Agnes-Haus, vorbereitet von Diana Zumpe. Die Blumenteppiche in Berau gehen auf eine lange Tradition zurück, weiß Marlies Fechtig von den ehemaligen Katholischen Frauen. Fechtig gehört wie Maria Isele und Edelgard Gänswein dem Gemeindeteam an. Zusammen mit Melanie Bächle und Berti Granacher legten sie einen farbenprächtigen Weg, beginnend mit dem Motiv der Gottesmutter Maria im Rosenkranz. Mit viel Akribie und prächtigen Blumen sowie unter Zuhilfenahme einer Schablone entstand eine schöne Komposition.

Das Motiv der Muttergottes im Rosenkranz erforderte ein genaues Arbeiten mit den Blumen. Bild: Werner Steinhart
Das Motiv der Muttergottes im Rosenkranz erforderte ein genaues Arbeiten mit den Blumen. Bild: Werner Steinhart

Viele Blüten aus Gärten

Dass alles so farbenprächtig wurde, ist den vielen Blumen geschuldet. „Trotz allem haben wir viele Blumen gehabt, obwohl die Wiesen schon abgemäht waren“, so Marlies Fechtig. Die meisten der Fronleichnams-Blumen kommen aus Gärten – denn für blumige Gärten sind die Berauer bekannt. „Der Grundstock für die Teppiche ist Rasenschnitt. Das macht optisch mehr her und spart Blumen“, erläutert Pfarrgemeinderat Hubert Bächle. Eigens dazu wurden die Wiesen rund um die Kirche gemäht.

Auch die diesjährigen Firmlimge aus Berau beteilgten sich am Blumenteppichlegen für die Fronleichnamsprozession. Bild: Werner Steinhart
Auch die diesjährigen Firmlimge aus Berau beteilgten sich am Blumenteppichlegen für die Fronleichnamsprozession. Bild: Werner Steinhart

Schmucke Stationen-Altäre

„Solange wir können, machen wir das mit den Blumenteppichen“, sagen die Helferinnen einstimmig. Die Erstkommunikanten verwandelten den gut 100 Meter langen Kirchweg in einen farbenfrohen Blumenweg. Und rund um die Kirche, weitere 100 Meter, wurde der Weg von den Ministranten und Firmlingen gestaltet mit christlichen Symbolen. Seit über 20 Jahren beteiligen sich auch die Berauer Landfrauen; sie legten einen Blumenteppich mit den Symbolen des Kreuzes und Leibes und Blutes Christi beim Stationen-Altar am Lebensmittelgeschäft Bucher. Ein weiterer Stationen-Altar ist beim Anwesen Jordan-Böhler.

Nach dem Großeinsatz der fleißigen Helfer beim Blumenteppich-Legen fand dann der Festgottesdienst statt, zelebriert von Pater Richard Dronke von Maria Bronnen. Im Anschluss zogen die Gläubigen zusammen mit der Trachtenkapelle, der Feuerwehr und der Volkstanzgruppe in einer Prozession durch den Ort.