Ende April war bei der Firma Hösl in Grafenhausen eine Halle bei einem Brand zerstört worden. Dank einer mobilen Halle, in der die Lackiererei untergebracht wurde, konnte zumindest weiter produziert werden. Der Betriebsinhaber geht davon aus, dass mit Fertigstellung der neuen Produktionshalle die provisorischen Arbeitsbedingungen zu den Akten gelegt werden können.

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Mittlerweile hat sich der Grafenhausener Metallbetrieb Hösl, der 1971 von Waldemar Hösl gegründet worden war und heute von Sohn Michael geleitet wird, in den Bereichen Hebetechnik, Transport-, Kipp- und Neigegeräte, Produkte für Kfz-Betriebe und Sondermaschinenbau weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Heute bemühen sich zehn Mitarbeiter, speziell für jeden Kundenwunsch die beste Lösung zu entwickeln und zu produzieren. Die Folgen des Brandes, der Ende April Teile der Produktionsstätten zerstörte, werden mit Fertigstellung der neuen Halle im Januar zumindest betriebstechnisch dann der Vergangenheit angehören.

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Wenn volle Auftragsbücher vorhanden sind, müssen die Aufträge auch fristgerecht abgearbeitet werden. Im Hochschwarzwald ist es aber nicht ganz so einfach, die passenden Mitarbeiter zu finden. So kam es im vergangenen Jahr im Betrieb Hösl zu Engpässen, nachdem ein Mitarbeiter in den Ruhestand gegangen war.

Praktikum zum Kennenlernen

„Trotz intensiver Suche haben wir niemanden gefunden“, rief Nicole Hösl in Erinnerung. In einem Gespräch mit Anita Fehrenbach vom Grafenhausener Asylkreis habe der Betrieb erfahren, dass ein junger Asylbewerber, der als unbegleiteter Minderjähriger in Grafenhausen betreut wurde und hier die Schule besucht hat, eine Arbeitsstelle suche. Ein Praktikum zum Kennenlernen wurde vereinbart und von den Behörden schlussendlich auch genehmigt. „Es war mit viel Bürokratie verbunden“, erinnert sich Nicole Hösl.

Neuer Mitarbeiter in der Lackiererei

Ab Januar konnte der Asylbewerber aus Afghanistan nach dem Praktikum als neuer Mitarbeiter in der Lackiererei offiziell eingestellt werden. Auch hier war bis zur Arbeitsgenehmigung ein beträchtlicher Bürokratismus zu absolvieren. Es habe sich nach den Worten von Michael Hösl aber gelohnt, weil nach langer Sucherei ein motivierter, zuverlässiger Mitarbeiter gefunden werden konnte.

Eine Hiobsbotschaft

„Er hat sich gut integriert, lebt in einer eigenen Wohnung, verdient seinen Lebensunterhalt, zahlt Steuern und Sozialabgaben und ist auf keine staatliche Unterstützung angewiesen“, betonte Firmenchefin Nicole Hösl erfreut. Doch nach einiger Zeit kommt die Hiobsbotschaft. Der Asylantrag wurde abgelehnt. Wie es nun weiter gehen soll, konnte Michael Hösl nicht beantworten. „Wir verstehen es aber nicht, wenn man einen Asylbewerber, der arbeitet und dem Staat nicht zur Last fällt, wieder wegschickt und andere ins Land holt“, meinte Michael Hösl, der unter Umständen einen „zuverlässigen Mitarbeiter“ verliert. Bei der Einstellung wurde dem Betrieb nach den Worten des Firmenchefs jedoch von den Behörden bereits mitgeteilt, dass genau diese Situation eintreten könnte. Wie lange der junge Mitarbeiter aus Afghanistan noch beschäftigt sein wird, konnte von der Betriebsleitung nicht beantwortet werden.