„Wir haben alles versucht, auch mit Vogelscheuchen und mit Flatterband – nur die ‚Quaaken‘ ließen sich davon nicht beeindrucken“, so Daniel Stritt, Vorsitzender des Sportvereins Grafenhausen (SVG). Die Rede ist von massiven, durch Krähen verursachte Schäden am Rasenplatz, die erst durch die Installation einer Schreckschussanlage verhindert werden konnten. Nur durch die Knallgeräusche können die Plagegeister vertrieben werden.

Krähen richten auf dem Rasenplatz massive Schäden an.
Krähen richten auf dem Rasenplatz massive Schäden an. | Bild: Wilfried Dieckmann

Bilderbuchsportplatz

Ohne Übertreibung kann beim Rasenplatz im Schlüchtseestadion von einer Bilderbuchanlage gesprochen werden. Ein wirklich gepflegter Sportplatz ist aber ohne intensive Pflege auf Dauer nicht zu halten.

„Bisher ist uns das geglückt“, betonte der SVG-Chef im Gespräch. Angesichts dieser Tatsache ist es nicht verwunderlich, dass kein SVG-Mitglied über die Aktivitäten der Krähen glücklich sein konnte. So wurde zunächst mit Aufstellen von Vogelscheuchen oder Anbringen von Flatterbändern einiges unternommen, um die Vögel zu vertreiben.

Allerdings ohne anhaltenden Erfolg. Ein solcher konnte erst nach der Installation einer kleinen Schreckschussanlage erreicht werden. Dies wiederum führte zu gewissem Unmut in der Bevölkerung, weil etwa alle halbe Stunde dumpfe Knallgeräusche zu hören waren und auch noch sind.

Die Anlage ist von morgens ab 6.30 Uhr bis zum Beginn des abendlichen Trainings in Betrieb. Nachts ist das Gerät ausgeschaltet. Reklamationen kamen insbesondere von Hundehaltern, die sich mit ihren Lieblingen auf Gassi-Tour unterhalb des Rasenplatzes befanden.

„Ich habe dafür Verständnis, es gab aber keine andere Lösung die Tiere zu vergrämen“, hob Daniel Stritt hervor. Ob eine andere Vergrämungsvariante, nämlich das Erzeugen von Geräuschen, besser gewesen wäre, konnte der SVG-Vorsitzende nicht sicher beurteilen. „Rund 800 Euro Kosten für die Maschine sind ja auch kein Pappenstiel“, meinte Stritt.

Zur Probe abgestellt

Es könne davon ausgegangen werden, dass die Schussanlage im Spätherbst abgestellt werden kann. Testweise sei dies vor geraumer Zeit erfolgt: „Das böse Erwachen war dann aber groß“, schilderte Stritt. Die Vögel kamen wieder in Scharen und begannen erneut mit „dem Umpflügen des Rasens“.

Zwischenzeitlich habe sich die Situation etwas entspannt, weil die Tiere auf frisch gepflügten Feldern sowie nach der Maisernte genügend Nahrung finden. Er ist sich sicher, dass während des trockenen Sommers die Krähen den Sportrasen, der auch regelmäßig gewässert wird, angesichts des guten Bodenlebens aufsuchten. „Ohne Schussanlage zerstören sie innerhalb einer Woche ein Drittel der Grünfläche“, informierte Stritt. Es wurden bis zu 80 Vögel gleichzeitig auf dem Platz gesichtet.