Im Klostergarten mitten im kleinen Ortsteil Riedern am Wald kommt ein einzigartiges Open-Air-Theater zur Aufführung. Das Freilichttheater „Zwischen den Welten“ erweckt die Zeit der Badischen Revolution zum Leben und bringt die Geschichte seiner Bewohner auf die Bühne. Seit Monaten bereitet der Theaterverein Zeitschleuse das Stück vor, das am Freitag, 19. Juli, um 20 Uhr Premiere feiert. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Eckpunkte vor.

  • Schirmherr: Erzbischof Georg Gänswein ist Schirmherr für das Freilichttheater. Als gebürtiger Riederner und Ehrenbürger der Gemeinde wird er bei der Premiere anwesend sein.
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  • Sponsoren und Budget: Die Gesamtkosten des Spektakels betragen rund 120 000 Euro. Ohne Sponsoren wäre dieses Projekt so kaum möglich gewesen. So fertigte beispielsweise die Firma Holzbau Bruno Kaiser aus Bernau das riesige Schiff für die Kulisse an. Durch das 30 Meter lange Schiff können Szenen authentisch gespielt werden.
Imposante Kulisse: Rund 200 Mitwirkende hat „Zwischen den Welten“. 120 von ihnen sind während der Aufführungen vor und hinter der Bühne im Einsatz. Diese besteht aus dem Klosterhof und aus dem eigens angefertigten Schiff „Rouenaise“, auf dem die Auswanderer nach Amerika übersetzen.
Imposante Kulisse: Rund 200 Mitwirkende hat „Zwischen den Welten“. 120 von ihnen sind während der Aufführungen vor und hinter der Bühne im Einsatz. Diese besteht aus dem Klosterhof und aus dem eigens angefertigten Schiff „Rouenaise“, auf dem die Auswanderer nach Amerika übersetzen. | Bild: Peter Rosa
  • Bewirtung im Klostergarten: Zur Einstimmung werden den Theaterbesuchern drei Stunden vor Beginn der Aufführungen von Daniel Frech, „Posthorn“ und Stefan Gromann, Gasthaus „Kreuz“, regionale Spezialitäten, angelehnt an Gerichten von damals, im Klostergarten angeboten.
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  • Geschichte: Riedern am Wald ist der historische Ort, dessen Zeitgeschichte um 1850 im Stück „Zwischen den Welten“ zu Leben erweckt wird. Regisseurin Corinna Vogt inszeniert mit enormem ehrenamtlichem Zeitaufwand, Sachverstand und viel Leidenschaft das Rollenbuch ihrer Mutter Erika Buhr nach dem Buch „Die Amerikafahrt“ von Heinrich-Ernst-Kromer. Auch die jahrelangen Recherchen des verstorbenen Patrick Burger wurden dabei teilweise umgesetzt.
Schwieriger Abschied: Dorus Kromer will die Unterdrückung durch die Preußen nicht länger hinnehmen. Er beschließt, nach Amerika auszuwandern und sein Glück als Goldgräber in Kalifornien zu suchen. Seine spätere Ehefrau Merei Maurer will ihn jedoch nicht gehen lassen. Bilder: Peter Rosa
Schwieriger Abschied: Dorus Kromer will die Unterdrückung durch die Preußen nicht länger hinnehmen. Er beschließt, nach Amerika auszuwandern und sein Glück als Goldgräber in Kalifornien zu suchen. Seine spätere Ehefrau Merei Maurer will ihn jedoch nicht gehen lassen. Bilder: Peter Rosa | Bild: Peter Rosa

Dass ein Projekt dieser Größenordnung ehrenamtlich realisiert werden kann, verdient Anerkennung und großen Respekt. Der historische Bezug des Stückes ist authentisch und eng mit der Geschichte von Riedern am Wald verbunden, was die Grundidee des Altbürgermeisters Thomas Fechtig als direkter Nachkomme des Auswanderers Hierholzer ist. Es handelt sich um ein ganz besonderes Kulturangebot für alle Interessierte der Geschichte unserer Region.

  • Kulisse: Das originalgetreue Auswandererschiff „Rouenaise“ und liebevolle Details bilden im Klostergarten eine einmalig schöne und eindrucksvolle Kulisse. Viele Helfer, unter ihnen Heiner Duttlinger (Zitat: „Des isch e Jahrhundertprojekt“) und Friedrich Werner, sind seit Monaten unter den Helfern.
In der dörflichen Kulisse des im Riedern des 19. Jahrhunderts dürfen Tiere nicht fehlen.
In der dörflichen Kulisse des im Riedern des 19. Jahrhunderts dürfen Tiere nicht fehlen. | Bild: Peter Rosa
  • Laienschauspieler: 120 Laienschauspieler, davon 40 Kinder, sind mit maßgeschneiderten Kostümen ausgestattet, die von ehrenamtlichen Näherinnen gefertigt wurden. Für professionelle Maske der Darsteller sorgt Maskenbildner Manuel Spitznagel aus Lauchringen. Er stand als Modedesigner den Näherinnen mit Entwürfen und Rat hilfreich zur Seite.
  • Kinder als Schauspieler: 40 Kinder zwischen vier und 18 Jahren wirken im Theaterstück mit. Sie verkörpern die Unschuld der Kleinen und unterstreichen, was es bedeutete, wenn ein Familienmitglied ohne Hoffnung auf Rückkehr Abschied nahm.
Unterschiedliche Interessen: Zwei der Söhne von Dorus Kromer: Rechts Heinrich Ernst Kromer, der lieber schreibt und lernt, als im Wald zu spielen. Er ist es, der später als bekannter Schriftsteller die Geschichte seines Vaters für die Nachwelt erhalten wird.
Unterschiedliche Interessen: Zwei der Söhne von Dorus Kromer: Rechts Heinrich Ernst Kromer, der lieber schreibt und lernt, als im Wald zu spielen. Er ist es, der später als bekannter Schriftsteller die Geschichte seines Vaters für die Nachwelt erhalten wird. | Bild: Peter Rosa
  • Theaterprojektchor: Melanie Staller aus Mettenberg leitet die gesanglichen Auftritte, die sie mit rund 20 Sängern aus der Gemeinde und der Umgebung eingeübt hat. Die Lieder begleiten Szenen und sorgen öfters für Gänsehautfeeling. Besonders auf dem Schiff gibt es Momente, bei denen Fernweh und Heimweh, Freiheit und Gefangensein spürbar werden. Solisten singen unter Begleitung von Ziehharmonika oder Gitarre.
  • Musiker und Jagdhornbläser: Musikanten von Kapellen aus Ühlingen-Birkendorf, Häusern und Grafenhausen ergänzen mit Instrumenten und gesanglich kirchliche- und Wirtshausszenen. Jagdhornbläser unterstreichen musikalisch die Bedeutung von Heimat und Abschied.
Musikalische Begleitung: Musik ist ein wichtiger Teil von „Zwischen den Welten“. In dem Stück kommen regelmäßig auch die Bläser zum Einsatz.
Musikalische Begleitung: Musik ist ein wichtiger Teil von „Zwischen den Welten“. In dem Stück kommen regelmäßig auch die Bläser zum Einsatz. | Bild: Peter Rosa
  • Festschrift: Die Festschrift wurde von Corinna Vogt und ihrer Schwester Gudrun Wasmer erarbeitet und ist für 3 Euro erhältlich.
  • Tickets: Die neun Aufführungen im Augustinerkloster sind nahezu ausverkauft. Nur noch für die Aufführung am 2. August gibt es noch wenige Restkarten. Erhältlich sind diese über den Verein Zeitschleuse per E-Mail (corinna.vogt@zeitschleuse.com).
Detailgetreue Kostüme: Gesang und Tanz sind wichtige Elemente in „Zwischen den Welten“. So auch der echt französische Cancan in Le Havre.
Detailgetreue Kostüme: Gesang und Tanz sind wichtige Elemente in „Zwischen den Welten“. So auch der echt französische Cancan in Le Havre. | Bild: Peter Rosa
  • Luddi-Konzert: Für ihre CD-Taufe „ReTour de France“ am 31. Juli wird die Alemannenrockband Luddi die einmalige Kulisse und das Schiff-Ambiente nutzen, zumal die CD am Atlantik aufgenommen wurde und zu ihrem Thema perfekt passt. Tickets für das Konzert am 31. Juli gibt es noch über reservix.de oder die Touristinformation Rothauser Land.
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