Die umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am Kirchturm in Birkendorf wurde nach sechs Monaten pünktlich zum Margaretenfest am Sonntag, 15. Juli, fertig gestellt. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen durch den Brandfall im Kirchenschiff im Jahr 2013 wurde auch der Kirchturm und Glockenstuhl durch Sachverständige auf Sicherheit und Arbeitsschutz unter die Lupe genommen.

Dabei wurden erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt, die behoben werden mussten. "Es gab teilweise abenteuerliche Leitungen und Vorrichtungen", so Pfarrer Thomas Schwarz, "die dem Arbeitsschutz nicht mehr entsprachen."

Seit Februar 2018 wurden nun zahlreiche Arbeiten im und am Turm durchgeführt. Die alten Elektroleitungen wurden ersetzt. Rund 60 von insgesamt 90 Stufen und Holzböden zu den Glocken erneuerte die Zimmerei Brunner.

Zwei Wochen war in Birkendorf kein gewohnter Stundenschlag zu hören und über vier Monate klangen die Glocken nicht wie sonst. Jetzt haben die Monteure der Firma Perrot-Turmuhren aus Calw, Patrick Seba und sein kroatischer Kollege Zoran Udovicic, Arbeitszeit den Glockenstuhl vollständig renoviert. Sie ersetzten die Stahljoche, an denen die Glocken hängen mit Holzjochen.

Patrick Seba und Zoran Udovicic auf dem Birkendorfer Kirchturm bei den Glocken. Sie verstehen ihr Handwerk.
Patrick Seba und Zoran Udovicic auf dem Birkendorfer Kirchturm bei den Glocken. Sie verstehen ihr Handwerk.

Früher wurden die alten Holzjoche durch Stahl ersetzt und heute weiß man, dass dadurch der Klang der Glocken nicht mehr so schön war wie mit den Holzjochen. "Deswegen werden bei Sanierungen der Glockenstühle überall wieder Holzjoche eingebaut", erklärte Patrick Seba. Die Hammer, die für den Glockenschlag von außen zuständig sind, und Klöppel für den Klang vom Inneren der Glocke wurden ebenfalls ersetzt. Für die Steuerung des Geläuts sorgt eine neue Elektronik.

Der alte Glockenstuhl bekam zudem neue "Schuhe" (Halterung am Boden). Von außen wurde der Kirchturm mit neuem Sockelverputz und Anstrich der Schallläden durch Maler Michael Kromer verschönert. Laut Auskunft durch das Architekturbüro Kaiser waren die Kosten für die Gesamtmaßname sind mit rund 90 500 Euro veranschlagt. Nun können schwindelfreie Besucher am Sonntag bei Führungen in kleinen Gruppen den sanierten Kirchturm besteigen und Glocken und Aussicht von oben genießen.

90 Stufen müssen müssen überwunden werden, um die Birkendorfer Glocken von der Nähe zu sehen und erleben. Im Bild die rechte Glocke aus dem Jahr 1844 ist von Kolumban Schnitzer, einem einheimischen Glockengießer.
90 Stufen müssen müssen überwunden werden, um die Birkendorfer Glocken von der Nähe zu sehen und erleben. Im Bild die rechte Glocke aus dem Jahr 1844 ist von Kolumban Schnitzer, einem einheimischen Glockengießer.

Im Rahmen des Patroziniums wird am Sonntag, 15. Juli, beim Margaretenfest auch der Abschluss der Birkendorfer Kirchturmrenovierung mit einem "Turmfest" gefeiert werden. Der Festgottesdienst mit Prozession beginnt um 10 Uhr, und im Anschluss laden die kirchlichen Vereine und Gruppen zum Margaretenfest mit Mittagsimbiss auf dem Rathausplatz ein.