Der achte Orgeltag in Berau findet am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 9. September, statt. Er ist eine Initiative der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands. Überall in Deutschland sollen an diesem Tag Orgeln besonders zu hören, zu sehen und zu besichtigen sein, um Interessenten das faszinierende Instrument Orgel – die Königin der Instrumente, wie sie auch genannt wird –, zu zeigen, zu erklären und erklingen zu lassen. Rund 100 Veranstaltungen wird es in Deutschland geben. Mit dabei beim achten Orgeltag ist auch die Orgel der Kirche St. Pankratius in Berau. Organist Peter Konitzer wird in einem musikalischen Gottesdienst mit Orgelwerken von Chris Tambling und Mons Leidvin Takle die Orgel spielen.

Organist Peter Konitzer wird beim Orgeltag die Orgel in der Pfarrkirche St. Pankratius in Berau erklingen lassen und Einblick in das Stimmen einer Orgel geben.
Organist Peter Konitzer wird beim Orgeltag die Orgel in der Pfarrkirche St. Pankratius in Berau erklingen lassen und Einblick in das Stimmen einer Orgel geben. | Bild: Werner Steinhart

Im Oktober 2000 wurde die neue Orgel in der Pfarrkirche St. Pankratius eingeweiht. Die renommierte Orgel­baufirma Karl Göckel schuf eine Orgel, die auf den Kirchenraum der Pankratiuskirche abgestimmt wurde. Die Orgel ist romantisch-symphonisch disponiert und sie hat einen weichen Klang, was durch sogenannte französische Register erreicht wird.

Passende Ausstattung für das Gotteshaus

Das Ausmaß der Register wurde auf den Raum des Berauer Gotteshauses ausgerichtet. Das bedeutet, dass die Durchmesser der Pfeifen dem Raum des Kirchenschiffs angepasst wurden. Die Pankratiuskirche hat ein ausnehmend hohes Kirchenschiff. Die Orgel hat 16 Register und vier Pedaltransmissionen. Die Prospektpfeifen glänzen in einem Gehäuse aus astfreier Eiche. 1096 Pfeifen aus verschiedenen Materialien – Holz oder einer Zinn-Blei-Legierung – beinhaltet die Orgel. Die größte all dieser Pfeifen ist rund drei Meter, die kleinste nur zehn Millimeter lang. Jede Einzelpfeife eines Registers ertönt nach einem ihr eigenen Ton.

Besonderheiten der Orgel

Die Besonderheiten der Berauer Orgel sind drei überblendete Flöten, zwei Streicher und drei Zungenregister. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Pfeifen, mit Ausnahme der Prospektpfeifen, in einem Schwellkörper stehen. Das bedeutet, dass die Lautstärke dynamisch variiert werden kann.

Kauf als große finanzielle Belastung für die Pfarrgemeinde

Der Spieltisch verfügt über zwei Manuale und ein Pedal und hat den Blick zur Orgel. Die außergewöhnliche Berauer Orgel war für die kleine Pfarrei St. Pankratius vor 18 Jahren eine große finanzielle Belastung, beliefen sich doch die Kosten für dieses besondere Instrument auf 400 000 Mark. Die Berauer Orgel ist ein unverwechselbares, individuelles Einzelstück mit eigenem Charakter.

Immaterielles Weltkulturerbe

Im Dezember 2017 hat die Unesco den Orgelbau und die Orgelmusik zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Die Orgel, der Orgelbau und die Orgelmusik wurden vor mehr als 2000 Jahren im hellenistischen Ägypten erfunden und gelangten über Byzanz ins Frankenreich, wo sie seit der karolingischen Renaissance als Kulturgut noch bis in die Gegenwart entwickelt und gepflegt werden.

Weitere Informationen zum Orgeltag finden Sie hier.