Die zweite Aufführung des Theaterstücks „Fremde Begegnung“ der Freudekids konnte ohne Einschränkung an den Erfolg der Premiere anknüpfen. Die stellvertretende Vorsitzende des Theaterverein Zeitschleuse, Kerstin Kaiser, begrüßte die Gäste. Dazu zählten auch der ehemalige Landtagspräsident Peter Straub, Bürgermeister Tobias Gantert und vier Ortsvorsteher aus der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf. Ein besonderer Willkommensgruß galt Erika Buhr, der Autorin des Theaterstücks. Sie konnte wegen einer Erkrankung an der Premiere nicht teilnehmen. Vor Kurzem feierte sie ihren 85. Geburtstag. Die Freudekids gratulierten ihr mit einem persönlichen Geburtstagslied in mehreren Sprachen.

Die Besucher des Theaters waren restlos begeistert. Das Publikum fand es erstaunlich, mit welcher Spielfreude die Kinder auftreten. Textsicher gehen sie ganz in ihren Rollen auf. Die Erzählung der 13-jährigen Roxash über ihre Flucht mit den beiden Geschwistern ohne die Eltern ist unter die Haut gegangen. Es waren tatsächliche Erlebnisse, eingebaut in das Theaterstück „Fremde Begegnung“, eine Geschichte über die Wichtigkeit der Integrationsarbeit. Wichtig auch in der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf. „Integration kann nur gelingen, wenn alle gemeinsam helfen und zusammenarbeiten“, sagte Bürgermeister Tobias Gantert.

Die Flüchtlinge in der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf haben nahezu alle deutsche Paten, die ihnen im direkten Austausch zur Seite stehen. Hierbei spielt der Helferkreis eine wichtige Rolle. Die Menschen in Ühlingen-Birkendorf sind offen für Flüchtlinge. Sowohl in Sportvereinen als auch bei der Zeitschleuse wirken Flüchtlinge aktiv mit und auch in den Krabbelgruppen für Kleinkinder werden sie gut aufgenommen. Die Arbeitgeber zeigen sich offen für Praktika der Flüchtlinge. „In Ühlingen-Birkendorf leben hauptsächlich Familien, so fällt die Integration dank Kindergärten und Schulen etwas leichter“, erklärte der Bürgermeister. Die Flüchtlinge selbst tragen mit einer offenen und freundlichen Art zu einer gelungenen Integration bei.

Mit Annette Schwarz hat die Gemeinde eine wertvolle hauptamtliche Integrationskraft, die bei vielen Fragen und Themen weiterhelfen kann. Unterstützt wird sie unter anderem durch den syrischen Kollegen Bahoz Daood, der übersetzt und kulturell-bedingte Sachverhalte klärt. „Bei allen Bemühungen und auch vor dem Hintergrund, dass es bei uns meines Erachtens gut läuft, möchte ich doch festhalten, dass wir trotz allem noch nicht von gelungener Integration sprechen können. Wir sind auf einem guten Weg, aber Integration ist doch weit mehr als das, was wir bislang erreicht haben“, stellte Gantet fest.

Im Rahmen der zweiten Aufführung von „Fremde Begegnung“ nahm Kerstin Kaiser außerdem zwei Ehrungen vor. Erika Buhr erhielt die Verdienstnadel vom Bund deutscher Amateurtheater für ihr bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement im Amateurtheater. Corinna Vogt erhielt vom Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg die Silberne Ehrennadel für zehn Jahre aktive Mitarbeit im Amateurtheater. Kerstin Kaiser überreichte den Geehrten die entsprechenden Urkunden und Blumen.

Die Geehrten Corinna Vogt und Erika Buhr (vorne von rechts) im Kreise des Vorstands von Zeitschleuse und der Freudekids.
Die Geehrten Corinna Vogt und Erika Buhr (vorne von rechts) im Kreise des Vorstands von Zeitschleuse und der Freudekids. | Bild: Elisabeth Baumeister

Termin: Für die Freudekids stehen weiter Aufführungen an. Sie haben sich über das Maskottchen, das sie nach der Aufführung von Thomas Fechtig bekamen, sehr gefreut und werden dafür noch nach einem Namen suchen. Die nächste Aufführung ist am Sonntag, 15. Oktober, 15 Uhr, in der Gemeindehalle in Rickenbach-Willaringen.