Wenn aus den Türen eines Supermarktes keine Kunden, sondern dichte Qualmwolken herauskommen, dann hat dies sicherlich nichts Gutes zu bedeuten. Stefanie und Edgar Kaiser, die Betreiber des Edeka Marktes in Grafenhausen, waren am Samstagnachmittag froh, dass es sich bei dem angenommen Schwelbrand in der Zwischendecke über der bestehenden Kälteanlage nur um die Herbstabschlussprobe der Abteilungswehr handelte. Im Einsatz waren 26 Einsatzkräfte der Wehr und sechs des DRK-Ortsvereins Grafenhausen.

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Trotz Regen und Kälte verfolgten zahlreiche Zuschauer, darunter auch Bürgermeister Christian Behringer, einige Gemeinderäte sowie der ehemalige Gesamtwehrkommandant Erich Strittmatter, das realistisch präsentierte Übungsszenario mit Spannung, aber auch mit gemischten Gefühlen. „Hoffentlich werden wir so etwas nie in Echt erleben müssen“, war nicht nur einmal zu hören.

Um die „Verletzten“ kümmerten sich die Helfer des DRK.
Um die „Verletzten“ kümmerten sich die Helfer des DRK. | Bild: Wilfried Dieckmann

Einige Minuten nach dem Sirenenalarm war mit dem MTW (Mannschaftstransportwagen) das erste Fahrzeug am Einsatzort „Supermarkt“, wo dichter Qualm aus der Haupteingangstür und aus allen Nebeneingängen drang. Drei weitere Fahrzeuge der Abteilung Grafenhausen trafen kurz danach ein. Angenommen wurde bei der Abschlussprobe, dass es nach einem elektrischen Defekt zu einem Brand im Bereich der Zwischendecke oberhalb der Kälteanlage gekommen war. Weiterhin gingen die Verantwortlichen bei der Vorbereitung der Übung davon aus, dass gasförmiges Kältemittel (CO²) austritt.

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Innerhalb des verrauchten Marktes befanden sich noch Kunden und Mitarbeiter sowie ein Monteur der technischen Kälteanlagen. Sie wurden von den Atemschutzträgern aus dem Gebäude gebracht und zur weiteren Versorgung den Einsatzkräften des DRK übergeben. Wenig später musste zusätzlich auch noch ein verletzter Feuerwehrmann unter Atemschutz gerettet werden. Einsatzleiter bei der Übung war German Friedrich, der erst im Juli seine Ausbildung zum Zugführer erfolgreich abschloss.

Kommandant zufrieden mit Probe

Abteilungskommandant Heiner Heer dankte Stefanie und Edgar Kaiser, dass sie ihren Einkaufsmarkt zur Verfügung stellten. Mit dem Ablauf der Übung zeigte er sich zufrieden. Lobende Worte für eine gelungene Herbstabschlussprobe kamen auch von Gesamtwehrkommandant Guido Strittmatter. Sein Stellvertreter, Georg Rupp, ließ die gesamte Übung zeitlich Revue passieren. Bis auf wenige Kleinigkeiten hatte er für die Leistungen der Aktiven nur Worte der Anerkennung. Insbesondere gratulierte er German Friedrich, der beim ersten Einsatz als neuer Zugführer seine Feuertaufe mit Bravour bestanden hatte.

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Bürgermeister Christian Behringer zeigte sich angesichts der demonstrierten Leistungen überzeugt, dass Investitionen für Fahrzeuge und Ausrüstung der Wehr zum Wohle der Allgemeinheit richtig eingesetzt wurden. Bereitschaftsleiter Bernhard Heer betonte, dass der DRK-Ortsverein Grafenhausen bei einem realen Einsatz mit der Personaldecke am Anschlag gewesen wäre. Angesichts der vielen Verletzten hätten nicht nur Rettungsfahrzeuge, sondern auch der Hubschrauber angefordert werden müssen.