Er ist tatsächlich da, im Südschwarzwald – der Wolf. Das Tier, das im November durch das Waldgebiet zwischen Bonndorf und Grafenhausen streifte und in eine Fotofalle getappt war, wurde nun eindeutig als Wolf identifiziert. Eine, durch Inaugenscheinnahme am 27. November auf Gemarkung Grafenhausen aufgefundene Losung war von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) untersucht und als Wolfslosung eingestuft worden. Dies bestätigte das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.

Genetische Analyse liefert Beweis

Bislang war unklar gewesen, ob es sich bei dem Tier auf dem Foto um einen Wolf oder einen wolfsähnlichen Hund handelte. Die FVA bestätigte Canis lupus, wie der Wolf lateinisch genannt wird, nach einer genetischen Analyse. Die durch einen Suchhund eines FVA-Wolfexperten aufgefundene Losung sei eindeutig einem Wolf zuordenbar.

Nachdem feststeht, dass es sich um einen Wolf handelte, der durch das Waldgebiet bei Grafenhausen und Bonndorf streifte, wird aktuell noch die Individuen- und Rudelzugehörigkeit untersucht. Das Ministerium erhofft sich davon weitere Aufschlüsse über dieses Tier.

Mahnung zur Aufmerksamkeit

Wo sich der Wolf derzeit aufhält, lasse sich nicht sagen, so die Mitteilung des Ministeriums. Die FVA werde die örtlichen Wildtierbeauftragten über das Vorkommen informieren und bittet nun auch Waldbesucher um vermehrte Aufmerksamkeit und Hinweise aus künftigen Beobachtungen.

Komme es zu Übergriffen auf landwirtschaftliche Nutztiere, können bei unzureichendem Herdenschutz kurzfristig über die FVA (Telefon 0761/401 82 74) die vom Umweltministerium zum Verleih bereitgestellten Notfall-Zaunsets beziehungsweise Flatterband mit Stangen für 1,2 Meter Höhe angefragt werden.

Abschuss bedingt möglich

Nach Einschätzung von BLHV-Bezirksgeschäftsführer Michael Martin in einem Gespräch zum Thema Nutztierschutz, sei eine sichere Einzäunung der Weidetiere allerdings gar nicht machbar. Durch das vom Bundestag erst dieser Tage geänderte Bundesnaturschutzgesetz treten in der Wolffrage folgende Regelungen in Kraft:

Es gilt ein Fütterungsverbot und die Pflicht für die Behörden zur Entnahme von Wolfshybriden.

Jagdberechtigte müssen sich bei der Entnahme von Wölfen aus einem Gebiet beteiligen, um den Schaden zu begrenzen.

Zudem ist der Abschuss von Wölfen künftig möglich, wenn nach erfolgter Tötung eines landwirtschaftlichen Nutztiers durch einen Wolf nicht eindeutig klar ist, welcher Wolf eines Rudels dafür verantwortlich ist.