Es ist eine große Herausforderung, der sich die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf stellt und die größte Infrastrukturmaßnahme überhaupt: der Anschluss der Berggemeinden Berau und Brenden an die Verbandskläranlage Klettgau-West in Tiengen. Das Mammutprojekt soll in drei Schritten in den kommenden Jahren realisiert werden. Am Donnerstag hat Ministerialdirigent Helmfried Meinel, Amtsleiter des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, den Förderbescheid für den Bau des Abwassersammlers Berau-Gutenburg in Höhe von rund zwei Millionen Euro an die Gemeinde übergeben.

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Zur Übergabe an der Kläranlage Berau kamen auch die alten und neuen Gemeinderäte, der Ortschaftsrat Berau, Vertreter des Ingenieurbüros und der Gemeindeverwaltung zusammen. „Es ist nicht selbstverständlich, einen Zuschuss von zwei Millionen Euro zu erhalten“, stellte Bürgermeister Tobias Gantert fest, eine sehr hohe Fördersumme für eine zukunftsfähige Abwasserreinigung für Berau und Brenden.

Abwasserreinigung verbessert sich

Mit der Übergabe des Förderbescheids gab der Amtschef aus Stuttgart den Startschuss für die Abwasserbeseitigung, ein gewaltiges Maßnahmenbündel hatte die Gemeinde dafür geschnürt und letztendlich die wirtschaftlichste und wasserwirtschaftlichste Lösung gefunden. „Sie erhalten mit dieser Maßnahme eine bessere Abwasserreinigung“, betonte Helmfried Meinel. Beim Abwassersammler von Berau nach Gutenburg werden 67 Prozent der Kosten bezuschusst. Bereits für den Bau des Regenüberlaufbeckens konnte die Gemeinde bei einer Bausumme von 770 000 Euro einen Zuschuss von 360 000 Euro erhalten.

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„Arme Landgemeinden brauchen Zuschüsse“, unterstrich Bürgermeister Tobias Gantert. Immerhin gut drei Millionen Euro wird der Bau des Abwassersammlers kosten. In die Witznau besteht eine 500 Meter lange Leitung ab der Kläranlage Berau, die es zu sanieren gilt und ab der Witznau wird es dann kompliziert. Der Abwassersammler muss durch das ganze Schlüchttal bis zur Abzweigung Aichen gebaut werden – das sind rund vier Kilometer. Eine große Herausforderung, die auch eine Sperrung des Schlüchttals voraussichtlich unabwendbar machen wird. „Unterm Strich ist das Ganze ein gelungenes Projekt, auf das wir uns freuen“, sagte Gantert.

Anschluss als günstigste Variante

Zur Zeit werden zwei Kläranlagen, eine in Brenden und eine in Berau, betrieben. Eine Sanierung in Berau müsste kurzfristig, in Brenden mittelfristig erfolgen. Im Vorfeld der Maßnahme hatte der Gemeinderat über drei mögliche Varianten für eine Abwasserreinigung zu entscheiden: Die günstigste Variante war letztendlich der Anschluss an die Kläranlage Klettgau-West.

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Derzeit wird ein Regenüberlaufbecken in Berau gebaut, wobei bereits die Aufnahme des Abwassers aus Brenden berücksichtigt ist. Das Regenüberlaufbecken war für die jetzige Noch-Kläranlage zur Regenwasserbehandlung notwendig sowie für den geplanten Anschluss an Klettgau-West. In einem dritten Schritt wird dann die Kläranlage Brenden stillgelegt und ein Abwassersammlung nach Berau gelegt, die Kosten belaufen sich voraussichtlich aus 1,8 Millionen Euro.