Damit das Trinkwasser in Ühlingen-Birkendorf in 30 Jahren einen ebenso hohen Qualitätsstandard aufweisen wird wie heute, bedarf es großer Investitionen. Dies ist das Resultat einer Strukturanalyse, wobei ein wesentlicher Bestandteil die Wasserbedarfs-Prognose bis zum Jahr 2047 ist.

Die Strukturanalyse deckt kritische Bereiche auf und zeigt Optimierungsvorschläge für die bestehende Versorgung. Das Fazit der Analyse fasste Bürgermeister Tobias Gantert zusammen: „ Wir haben etwas zu tun in den nächsten Jahren. Und das wird ins Geld gehen!“ Die Vertreter des Planungsbüros Fritz erläuterten zunächst den Ist-Zustand der Wasserversorgung.

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So sind weite Teile der Gemeinde miteinander verbunden und eine Querversorgung ist möglich. Die Technik der Hochbehälter ist teilweise veraltet. Auch die Trinkwasseraufbereitung ist zu modernisieren und zu optimieren. Allein der Kostenrahmen für die Anpassung auf den neuesten technischen Stand beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro.

Die Gemeinde ist in den Sommermonaten auf Fremdwasser angewiesen. Die Trink- beziehungsweise Reinwasseranalysen entsprachen den Richtlinien der Trinkwasserverordnung. Ziel für die Zukunft wird es sein: Bereitstellung von Trinkwasser in hygienisch einwandfreier Qualität, Versorgungssicherheit, das bedeutet ausreichende Speichervolumina, Gewährleistung der Wassermenge mit ausreichend Druck, Betriebsoptimierung und Wirtschaftlichkeit als auch der Schutz der Wasserressourcen.

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Das Planungsbüro macht auch Optimierungsvorschläge, etwa bei der Trinkwasser-Aufbereitung. So sollen Quellfassungen und der Tiefbrunnen an der Schlücht ertüchtigt werden. Bei der Versorgungssicherheit wird der Anschluss Unterwitzhalden vorgeschlagen, ebenso eine Vergrößerung der Speicherkapazität im Bereich Berau. In Berau ständen zwei Varianten zur Verfügung: Neubau der Hochbehälter Meschwies und Wasserschloss oder der Neubau eines großen Hochbehälters für Berau.

Die Modernisierung der Wasserversorgung wird in den kommenden 15 bis 20 Jahren 5,8 Millionen Euro kosten. Alleine für die kommenden fünf Jahre sind 3 Millionen prognostiziert, darunter der Neubau eines Hochbehälters in Berau mit rund 1,5 Millionen Euro. Mittelfristig in den kommenden zehn Jahren sind weitere 1,7 Millionen und langfristig (15 Jahre) nochmals 1,1 Millionen Euro notwendig.

Einige der Maßnahmen werden förderfähig sein. Dass ausreichende und beste Trinkwasserqualität ihren Preis hat, bedeutet auch, dass der bisherige Wasserpreis in der Zukunft nicht mehr zu halten ist. „Wir müssen an den Wasserpreis dran, eine Erhöhung ist unumgänglich“, so Gantert. Dies sei auch für eine Förderung der Maßnahmen von Bedeutung. Sanierung und Personalbedarf werden letztendlich den Wasserpreis beeinflussen.

Wasserversorgung

Die Gemeinde Ühlingen-Birkendorf versorgt sich mit Wasser aus 18 Quellen und dem Anschluss an zwei Wasserverbände (Hochschwarzwald und Höchenschwander Berg). 88 Prozent der Trinkwassermenge werden durch Eigenwasser abgedeckt, zwölf Prozent durch Fremdwasser. Das Wasser wird in neun Hochbehältern, darunter vier Hochbehälter mit zentralen Aufbereitungsanlagen bereitgestellt. Der Wasserverkauf betrug 2017 insgesamt 242 478 Kubikmeter. Sechs Wasserschutzgebiete sind ausgewiesen, zwölf Gebiete im Verfahren.