Der Eigenbetrieb Nahwärme und Wasserversorgung hat 2018 einen Verlust in Höhe von 20.794 Euro eingefahren. Bürgermeister Christian Behringer informierte im Rahmen der Gemeinderatssitzung über die Gesamtschulden der Gemeinde Grafenhausen. In dem Zusammenhang berichtete er auch über innere Darlehen, die vom normalen Haushalt an die Versorgungsbetriebe fließen.

Eigenbetrieb mit eigener Haushaltsplanung

Nahwärme und Wasserversorgung gehören zwar zur Gemeinde Grafenhausen, wurden jedoch aus dem normalen Haushalt, dem sogenannten Kameralhaushalt, ausgegliedert und werden finanztechnisch als Eigenbetrieb mit eigener Haushaltsplanung geführt. Gemäß der Ge-winn- und Verlustrechnung konnten im Vorjahr die Erlöse beim Wasserverkauf um rund 20.000 Euro auf 280.341 Euro gesteigert werden. Da nicht das komplette Trinkwasser aus eigenen Quellen stammt, belief sich der Wassereinkauf auf 93.826 Euro, ein weiterer größerer Posten stellte die Unterhaltung der Anlagen in Höhe von knapp 35.000 Euro dar. Unterm Strich wurde ein Jahresverlust in Höhe von 67.000 Euro eingefahren. Bei der Nahwärme bot sich ein anderes Bild: Hier wurde ein Gewinn von knapp 89.000 Euro verzeichnet. Beim Wärmeverkauf gab es eine Steigerung von 4600 Euro auf insgesamt 482.424 Euro. Bei den Ausgaben schlug der Hackschnitzelbezug von 245.697 Euro kräftig zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies Mehrkosten von knapp 25.000 Euro. Nahezu konstant waren die Ausgaben gegenüber 2017 mit 63.058 Euro. Wenn die beiden Ergebnisse der Bereiche Wasser und Nahwärme zusammengefasst werden, ergibt sich somit ein Jahresverlust bei dem Eigenbetrieb Versorgungsbetrieb von 20.794 Euro.

Schulden der Gemeinde

Bürgermeister Christian Behringer informierte im Rahmen der Gemeinderatssitzung auch über die Gesamtschulden der Gemeinde Grafenhausen (2251 Einwohner). Im Kameralhaushalt betragen die Schulden 33.977 Euro. Demnach hat jeder Einwohner 15 Euro Schulden. Demgegenüber verfügt die Kommune über Rücklagen von 1.058.061 Euro. Somit hat jeder Einwohner 470 Euro Guthaben. Wird in die Rechnung auch das gewährte innere Darlehen an die Eigenbetriebe in Höhe von 1.460.402 Euro mit einbezogen, würden sich die Rücklagen auf 2.518.463 Euro erhöhen. Bei dem Eigenbetrieb Versorgungsbetrieb Nahwärme und Wasser summieren sich die Schulden auf knapp 3,34 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch das innere Darlehen von 1,46 Millionen Euro von der Gemeinde aus dem Kameralhaushalt. Demnach belaufen sich die tatsächlichen Verbindlichkeiten durch Kreditaufnahme bei Banken auf knapp 1,92 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt gemäß den bereinigten Zahlen bei 852 Euro. Hinzugerechnet werden müssen auch 1,385 Millionen Euro Schulden aus dem Eigenbetrieb Breitbandnetz, hier betragen die Schulden pro Einwohner (EW) 615 Euro.

Gesamtschuldenstand pro Einwohner

Wie der Rathauschef zusammenfasste, ergibt sich ein Gesamtschuldenstand pro Einwohner in Höhe von 1482 Euro (pro EW im Kameralhaushalt 15 Euro, im Versorgungsbetrieb 852 Euro und im Breitbandnetz 615 Euro).