Die technische Ausrüstung der Kläranlage Berau zur Abwasserreinigung ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. So mussten bereits Teile der Scheibentauchkörper repariert beziehungsweise ausgebaut werden. Dies führte zu einer Verminderung der Reinigungsleistung der Anlage. Auch findet keine Regenwasserbehandlung statt. Zudem lief die wasserrechtliche Erlaubnis Ende 2016 aus und wurde nur mit dem Hinweis auf eine notwendige Sanierung bis Ende 2018 verlängert.

Um Abhilfe zu schaffen, wurden bislang drei Alternativen ins Auge gefasst, um eine mögliche Lösung zu finden: Zum einen der Neubau der Kläranlage Berau mit Ertüchtigung der Kläranlage Brenden (Kosten von rund 2,95 Millionen Euro), zum anderen der Neubau der Kläranlage Berau mit Überleitung des Abwassers aus Brenden (Kosten von 4,2 Millionen Euro). Eine dritte Alternative wäre die Überleitung des Abwassers aus Berau und Brenden zur Kläranlage Klettgau-West in Tiengen (Kosten von rund 2,97 Millionen Euro).

Unabhängig davon, für welche der Alternativen sich der Gemeinderat schließlich entscheidet, wird empfohlen, den Zulauf der Kläranlage, der aufgrund des vorhandenen Mischsystems starken Schwankungen unterworfen ist, mittels eines Regenüberlaufbeckens zu regulieren. Durch eine Regenwasserbehandlung könnte die derzeitige Situation der Kläranlage Berau verbessert werden.

Über das Projekt wurden die Gemeinderäte von Ralf Mülhaupt vom Ingenieurbüro Tillig informiert. Das Regenüberlaufbecken hat ein Fassungsvermögen von 100 Kubikmetern. Ralf Mülhaupt empfahl zusätzlich den Bau eines kleinen Betriebsgebäudes. Die Gesamtkosten bezifferte Mülhaupt mit 670 000 Euro, 640 000 Euro seien bezuschussungsfähig. Bürgermeister Tobias Gantert bezeichnete den Bau des Regenüberlaufbeckens als "alternativlos“. Die Gemeindeverwaltung wird nun einen Zuwendungsantrag nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft stellen. Der Fördersatz wird, so der Rathauschef, bei rund 56 Prozent liegen. Die Maßnahme soll in den Haushalt 2018 aufgenommen werden.