Die Gemeinde Grafenhausen entwickelt sich zu einer Fairtrade-Gemeinde. Der offizielle Antrag wurde gestellt, die Bewerbungsunterlagen befinden sich in der ersten Prüfungsphase. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat im Oktober vergangenen Jahres gegen Produkte ausbeuterischer Kinderarbeit und für fairen Handel aus.

Die Voraussetzungen

Eine gegründete Steuerungsgruppe konnte somit die Arbeit aufnehmen, um in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung dazu beizutragen, die Kriterien für eine Aufnahme in die Runde der Fairtrade-Gemeinden zu erfüllen. Um sich als Fairtrade-Gemeinde zertifizieren zu können, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehört beispielsweise eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, denn nur so kann die Bevölkerung in das Boot „Fairer Handel“ mitgenommen werden.

Bei Fairtrade steht der faire Handel im Mittelpunkt. Das soll auch für regionale Produkte gelten.
Bei Fairtrade steht der faire Handel im Mittelpunkt. Das soll auch für regionale Produkte gelten. | Bild: Wilfried Dieckmann

Die Frage, warum Grafenhausen Fairtrade-Gemeinde werden will, wird von der Steuerungsgruppe klar und deutlich beantwortet: „Produzenten, insbesondere die Bauern in den Produktionsländern von Kaffee, Tee, Bananen und weiteren alltäglichen Artikeln, sollen eine faire Entlohnung und Anerkennung erhalten. Hier sollte Grafenhausen Verantwortung übernehmen.“ Zudem soll dies nicht nur für importierte, sondern auch für regionale Produkte der heimischen Landwirtschaft gelten.

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So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Steuerungsgruppe bisher an der „Grafhuser Vielfalt“ sowie auch am Naturparkmarkt die Zielsetzungen einer Fairtrade-Gemeinde vorstellte. An den Marktständen gab es für die interessierten Besucher aber nicht nur umfassendes Infomaterial, es konnte auch fair gehandelter Kaffee probiert werden, der übrigens in beiden Lebensmittelgeschäften in Grafenhausen gekauft werden kann. Auch beim Erntedankfest der evangelischen Kirchengemeinde in Grafenhausen standen beim angebotenen Frühstück fair gehandelte Lebensmittel im Mittelpunkt.

Kriterien von Fairtrade

Beim System Fairtrade müssen die Produzenten aufgestellte Regeln einhalten. Zu diesen Regeln gehört, dass den Arbeitern beispielsweise angemessene Löhne bezahlt werden. Wenn alle alles richtig machen, dann gehören sie zum fairen Handel. Und sie dürfen das auch jedem sagen. Kurzum: Das Fairtrade-Siegel signalisiert den Käufern, dass hier alles richtig gemacht wurde. Der Dachverband TransFair wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Grafenhausen will sich genau an dieser „fairen Welt“ beteiligen. In Zusammenarbeit mit dem katholischen Bildungswerk soll nach der Fasnet der Film „Fairtrades“ gezeigt werden. Eine Zusammenarbeit mit dem Schwarzwaldhaus der Sinne soll angestrebt werden. Mit „The True Cost“ soll in den Folgemonaten ein weiterer Film gezeigt werden.

Die nächsten Ziele

Es kann davon ausgegangen werden, dass noch in diesem Jahr feststehen wird, ob Grafenhausen alle Kriterien zur Fairtrade-Gemeinde erfüllt hat. Bürgermeister Christian Behringer sowie die gesamte Steuerungsgruppe sind sich sicher, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde. Wer aus der Bevölkerung Interesse an einer Mitarbeit hat, sollte sich im Grafenhausener Rathaus bei Carina Moor sowie Monika Dilger unter Telefon 07748/520 21 melden. In den Edeka-Märkten Stork und Fechtig werden Vertreter der Steuerungsgruppe am 9. November von 10 bis 12 Uhr mit einem Infostand vertreten sein.