Ühlingen-Birkendorf Achterbahnfahrt im Dunkeln: Christian Zeng leidet an einer seltenen Krebsart

Christian Zeng leidet an Burkitt Lymphom, einer seltenen Krebsart. Der 30-Jährige, der aus Birkendorf stammt und in München lebt, bereitet sich nun auf eine Stammzellenspende vor.

Birkendorf – Rund 13 000 Einzel-Spenden vieler Menschen, Vereine und Unternehmen finanzierten im März eine neuartige Immuntherapie für den 30-jährigen Christian Zeng, der am Burkitt Lymphom erkrankt ist. Diese bösartige Erkrankung gilt als aggressivste Krebsform überhaupt. Die Behandlung mit dem Medikament Blincyto ist bislang nicht für das Burkitt Lymphom zugelassen. So mussten Christian Zeng und Stefanie Dörflinger über 500 000 Euro selbst finanzieren. Die beiden ehemaligen Birkendorfer leben in München und erleben einen schwankenden Krankheitsverlauf.

Ende August schien der Krebs besiegt und die Therapie abgeschlossen. Das junge Ehepaar begann gerade mit den Vorbereitungen ihrer kirchlichen Trauung und einer großen Feier, als sich das Burkitt Lymphom erneut bemerkbar machte. Anfang September war Christian wieder in stationärer Behandlung. Die Krebszellen traten nun im Knochenmark auf, wo sie innerhalb nur weniger Tage rund ein Kilo Masse bildeten.

Blincyto hatte gewirkt und Tumore in Christian Zengs Körper abgebaut, aber die anschließende Stammzellengabe war nicht ausreichend, um die Krankheit zu besiegen.

Stefanie Dörflinger schreibt: „Wir hoffen nun, dass die innovative Medizin schneller ist als die Evolution, aufgrund derer einzelne unfassbar aggressive und starke Zellen den Körper zerstören, in dem sie leben. Wir haben das beste medizinische Team und auch persönlich die Voraussetzungen, um es nach wie vor zu schaffen. Wir sind positiv und entschlossen.“

Seit einigen Wochen erhält Christian Zeng wieder Blincyto. Die kräftezehrenden Nebenwirkungen der ersten Wochen hat er im Krankenhaus durchgestanden. Seit einigen Tagen weiß er dank einer Fein-Untersuchung seines Knochenmarks, dass keine Krebszellen mehr nachzuweisen sind. Stefanie vergleicht die Erkrankung mit der ersten Achterbahnfahrt im Dunkeln: „Wir wissen nie, was als Nächstes kommt und in welchem Zustand wir sind, wenn die Fahrt vorbei ist.“ Christian Zeng wird auf eine Fremd-Stammzellenspende vorbereitet.

Die große Hochzeitsparty muss noch etwas warten. Da Christian Zeng und Stefanie Dörflinger nie wissen können, was die nahe Zukunft bringt, haben der Projektingenieur und die Unternehmensberaterin am 25. September einfach mal den zehnmonatigen Hochzeitstag im Krankenhaus gefeiert. Nach einem länger dauernden Widerspruchsverfahren wurde nun eine endgültige Absage der Krankenkasse bezüglich der Kostenübernahme erteilt. „Diese Absage ist für uns erschreckend und enttäuschend!“, so Stefanie Dörflinger. Die Argumentation der Krankenkasse ist für sie nicht nachvollziehbar. Derzeit sind noch Spendenmittel übrig. Unklar ist noch, wie viel davon noch für die Behandlung von Christian Zeng benötigt wird. Das Ehepaar hat den Stiftungsfonds „Christian Must Live!“ gegründet, um Spenden-Quittungen ausstellen zu können. Und um Gelder, die nicht für Christian Zengs Behandlung benötigt werden, der medizinischen Forschung – von der sie jetzt profitieren – und anderen Patienten in der gleichen Situation zu Gute kommen zu lassen. Nähere Informationen unter (www.christianmustlive.com).

Christian Zeng und Stefanie Dörflinger haben sich Energie, Humor und Lebensfreude bewahrt und arbeiten mit unerschrockener Hartnäckigkeit daran, in ihr normales Leben zurückzukehren. Stefanie Dörflinger lässt ihre selbstständige Arbeit momentan ruhen und ist stets an der Seite ihres Mannes: „Wir können es nach wie vor schaffen und träumen bereits von unserem Leben nach der Behandlung.“

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