Das Undenkbare, ja das schier Unmögliche doch irgendwie zu schaffen, ist eine Herausforderung. Dieser Herausforderung stellten sich vier junge Männer aus Ühlingen-Birkendorf, die sich zum Ziel gesetzt hatten, innerhalb von 24 Stunden von Ühlingen aus die höchsten Schwarzwaldgipfel zu erwandern, eine lange Strecke in kurzer Zeit, plus einen ständigen Wechsel zwischen Hoch und Runter und das ohne Schlaf.

Suche nach sportlicher Herausforderung

Wandern ist eine Passion für Matthias Gantert (38), Martin Gantert (35) beide aus Ühlingen, Simon Frommherz (38) aus Birkendorf und Jürgen Genswein (36) aus Brenden. Gemeinsam hatten sie eine Idee, eine 24-Stunden-Wanderung umzusetzen, eine sportliche Herausforderung, die Ehrgeiz und eine Überwindung des „inneren Schweinehundes“ bedarf.

Von der Landkarte zur Smartphone-App

Geplant wurde die Tour vorab auf einer Landkarte und dem daraus entstandenen Abbild einer Handy-App mit GPS. Am Vorabend vor Fronleichnam um 18 Uhr ging es dann in Ühlingen mit zehn Kilogramm Marschgepäck los. Täler und Berge standen jetzt vor ihnen. „Anstrengend war es eigentlich auf dem kompletten Weg, natürlich waren die Steigungen nicht zu verachten“, betont Matthias Gantert und fügt hinzu: „Was man hoch läuft, muss man auch wieder runterlaufen, beides wird mit der Zeit immer anstrengender.“

Tierische Begegnungen

Bekanntschaft machten die Vier in Menzenschwand mit einem Fuchs, der ihnen nahekam oder nach dem Spießhorn mussten sie eine Kuhweide mit geschätzt 50 Kühen queren, da hatten sie dann doch großen Respekt vor den Vierbeinern, doch alle blieben friedlich und die meisten haben weiter geschlafen.

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Gegen vier Uhr morgens unterhalb des Herzogenhorns kamen die Wanderer in ein schweres Gewitter und mussten in Regenkleidung gehüllt in einem Wäldchen eine Dreiviertelstunde ausharren. Um 7 Uhr morgens erreichte man dann den Feldberggipfel. Die Hälfte war geschafft.

Die echten Strapazen beginnen

Doch hart wurde es eigentlich erst ab diesem Zeitpunkt, Müdigkeit und Erschöpfung nach der Nacht und die Gewissheit erst die Hälfte der Strecke geschafft zu haben, zehrten. Und trotzdem so Matthias Gantert: „Von Abbrechen hat kein einziger gesprochen.“ Jetzt erst kam der Ehrgeiz, das komplette Ziel zu schaffen, wobei das Heimlaufen definitiv härter war als der erste Teil.

Die erste richtige Pause haben die Vier dann am Schluchsee bei Aha am Kiosk mit einer eiskalten Spezi gemacht. Und dann winkte der „Stalltrieb“ in Richtung Heimat und die Vier waren dann schneller als geplant wieder in Ühlingen, nach genau 22,5 Stunden.

Blasen an Füßen und eine gestärkte Freundschaft

Fazit für Matthias Gantert: „Wir haben uns ein Ziel gesetzt, es gemeinsam geplant und besprochen, sind es gemeinsam angegangen, haben uns gegenseitig gestärkt, gestützt und abgelenkt und somit das Ziel erfolgreich umgesetzt.“ Blasen an den Füßen waren bald vergessen: Es hat vorallem Spaß gemacht, so die Meinung aller.