Mit dem bekannten Tanz- und Discostadel Schwarzwaldspitze in Todtmoos öffnet eines der größten Eventlokale dieser Art in der Region nach 18 Monaten Zwangspause wegen Corona am Freitag, 10. September, wieder seine Pforten. Mit einem umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzept soll der Neustart gelingen. Wir haben mit dem Betreiber der Schwarzwaldspitze, Volker Albiez, über die schwere Zeit während des Lockdown und die Perspektiven für einen Neuanfang gesprochen.

Perspektivelose vergangene Monate

Die vergangenen Monate waren für den Lokalbetreiber geprägt von Perspektivlosigkeit. „Dieses Hin und Her war nicht einfach für die Gäste und die Verantwortlichen. Aber die unteren Behörden haben ihr Bestes gegeben“, sagt Albiez. Die Coronahilfen hätten seiner Meinung nach über das Finanzamt ausbezahlt werden müssen. Die Anträge seien mehrfach vom Gesetzgeber geändert worden. Dennoch sei er froh über die finanzielle Unterstützung während der Krise gewesen.

Kleine Umbauten in Eigenleistung

Die vergangenen Wochen und Monate wurden genutzt, um Corona-Maßnahmen umzusetzen und die Sicherheit zu verbessern. „Wir haben zum Beispiel die Teppiche durch abwaschbare Böden ersetzt und überall kontaktlose Wasserhähne angebracht. Vieles wurde durch Eigenleistung erbracht. Wir nehmen Corona sehr ernst“, erklärt Albiez.

Eine leistungsstarke Lüftungsanlage

Die leistungsstarke Lüftungsanlage des Lokals kann nach seinen Angaben die Raumluft regelmäßig komplett austauschen. Einige Hotspots wurden zur Sicherheit zusätzlich mit portablen Luftreinigern bestückt. „Durch die besondere Verantwortung für unsere Kur- und Klinikeinrichtungen in Todtmoos und Umgebung, mit welchen wir über 30 Jahre eng zusammenarbeiten, bieten wir zusätzlich je nach Inzidenzzahlen einen Schnelltest zur Sicherheit unserer Gäste an“, erklärt der Lokalbetreiber.

Das könnte Sie auch interessieren

Von einem Volllastbetrieb wie vor Corona hält Albiez vorerst noch nichts: „Wir fahren langsam hoch. Große Partys mit Schwitzen und Vollgas sind mir noch zu gefährlich. Ich bin schon froh, dass wir im kleinen Stil öffnen können und ich meiner Berufung nachgehen kann.“ Vor Ort soll von Fall zu Fall entschieden werden, wie viele Personen in das Tanzlokal und das Alpentippi eingelassen werden können.

Personal wieder an Bord

Das gesamte, bewährte Personal ist fast komplett wieder an Bord“, erklärte Albiez. Darunter sind langjährige Mitarbeiter wie Heidrun Blum, Diana Albiez-Schneider und DJ Helmut Apfelbeck. Albiez: „Sie waren im Hintergrund auch in schlechten Zeiten da. Das hat mir Kraft gegeben.“ Albiez persönlich möchte jedoch in Zukunft etwas in den Hintergrund treten. Daniel Müller soll nach seinem Wunsch aus der zweiten Reihe nachrücken.

Den Gästen Freude und Spaß bereiten

Bezüglich der 3G-Regel möchte Albiez niemanden ausgrenzen und verhält sich in dieser Hinsicht neutral. Sein Aufruf: „Ausgrenzungen bringen nur Wasser auf die Mühlen der Extremparteien; lasst uns wieder die Menschlichkeit in den Vordergrund stellen.“ Seine „Spitze“ sei Treffpunkt für Menschen aller Nationen, Religionen und verschiedenster Meinungen. „Wir als Eventlokal sehen unsere Aufgabe in der Zusammenführung der Menschen, nicht in der Spaltung“, unterstreicht Albiez. Er wolle seinen Gästen, wie in den vergangenen 33 Jahren, mit Musik, Tanz und kulturellen Veranstaltungen Freude und Spaß bereiten.

Sein Ausblick: „Wir freuen uns gemeinsam, den Menschen mit kleinen Schritten einen Teil ihrer Normalität zurückgeben zu können.“ Und noch einen persönlichen Wunsch äußert er zum Abschluss des Pressegesprächs in seinem Lokal: „Corona soll nicht nur als Virus vor der Tür bleiben, sondern auch als Gesprächsstoff.“

Das könnte Sie auch interessieren