Die Tourismuszahlen des Heilklimatischen Kurortes Todtmoos für das vergangene Jahr weisen im Vergleich zu 2020 eine gemischte Bilanz auf. Es reisten weniger Gäste an, jedoch verlängerte sich deren Aufenthalt, was unterm Strich für ein Minus bei den Gästeankünften und einem Plus bei den Übernachtungszahlen führte.

Claudia Steinhardt von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) stellte das umfangreiche Zahlenwerk in der jüngsten Sitzung des Todtmooser Gemeinderates vor. So stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 1347 auf 154.589. Werden die Zweitwohnungen hinzugerechnet, ergibt sich eine Übernachtungszahl von 187.349. Bei den Gästeankünften zeigt die Kurve nach unten. Insgesamt 3333 Gäste weniger reisten in den Kurort im Vergleich zu 2020 an.

Claudia Steinhardt machte darauf aufmerksam, dass die HTG und andere Tourismusverbände in der Regel nur Übernachtungen ohne die Zweitwohnungen publizieren. Die Landkreise hingegen würden die Zahlen inklusive der Zweitwohnungen bekannt geben: „Da werden Äpfel mit Birnen verglichen“, meinte Steinhardt.

Bei den Übernachtungen zeigen sich Unterschiede zwischen größeren Betrieben ab zehn Betten und kleineren mit weniger Betten. Während in großen Häusern die Zahlen um 213 auf 121.719 Übernachtungen zurückgingen, konnten Vermieter mit kleineren Einheiten zulegen. Die Übernachtungen in Häusern unter zehn Betten stiegen um 1726 auf 32.870. Steinhardt führte dies auf mehr Schwierigkeiten für die Hotels während der Pandemie zurück. Die Gäste hätten kleinere Häuser mit Privatzimmern und Ferienwohnungen bevorzugt. Auch Erholungsheime und Hütten konnten zulegen.

Bei den Kliniken konnte ein Zuwachs verzeichnet werden. Hier stieg die Zahl der Übernachtungen um 6769 auf 72.620. Aufgrund der strengen Corona-Vorgaben gingen die Übernachtungen auf dem Wohnmobilstellplatz um 1113 auf 2876 zurück. Rückblickend auf die schwierige Zeit während der Pandemie sagte Claudia Steinhardt: „Die Leistungsträger und wir haben zwei harte Jahre hinter uns“. Dennoch zeigte sich die Touristikerin erfreut, dass ein kleines Plus bei den Übernachtungen verzeichnet werden konnte.

Auf Nachfrage aus der Ratsrunde erklärte Steinhardt, dass sich Todtmoos bei den Zahlen auf dem gleichen Level wie andere Gemeinden befindet, andere Ferienorte kein Plus bei den Übernachtungen vorzuweisen. Der Markt an ausländischen Gästen sei aufgrund der Pandemie komplett weggebrochen. Während 21.999 Gäste aus Deutschland ein Großteil der Urlauber ausmachten, kamen aus dem Ausland insgesamt 5019 Gäste, überwiegend aus der Schweiz, nach Todtmoos. Eigene Mitarbeiter der HTG in Ländern wie Israel, Spanien und Nordamerika sollen nach Steinhardts Auskunft vor Ort Gäste für den Hochschwarzwald generieren. In Deutschland sei man auf den wichtigsten Messen präsent. Zudem wolle man mit der neuen Kampagne „Zurück zum Ursprung“ neue Gäste ansprechen.

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