Der heilklimatische Kur- und Ferienort Todtmoos ist die übernachtungsstärkste Gemeinde im Landkreis Waldshut. Umso heftiger spürt die Schwarzwaldgemeinde mit ihren zahlreichen Leistungsträgern im Tourismus die aktuelle Corona-Krise. Wir haben bei Bürgermeisterin Janette Fuchs und dem Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), Thorsten Rudolph, nachgefragt, wie sich aus ihrer Sicht die Corona-Pandemie auf den Fremdenverkehr in Todtmoos auswirkt.

Seit Mitte März, nach der Schließung der Grenzen, sei es vermehrt zu Stornierungen von Buchungen gekommen, erklärt Thorsten Rudolph. Vor allem Amerikaner und Israelis hätten Buchungen bis Ostern zuerst abgesagt. Über die HTG gebuchte Reisen und Unterkünfte bis Ende April würden aktuell storniert. Die Kurve der Absagen habe sich jedoch etwas abgeflacht, so der Geschäftsführer. Es gäbe Buchungen für den Sommer. Rudolph ergänzt jedoch: „Die Masse an Buchungen bekommen wir nicht.“

Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, beleuchtet die Situation des Tourismus in Todtmoos in Zeiten von Corona.
Thorsten Rudolph, Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, beleuchtet die Situation des Tourismus in Todtmoos in Zeiten von Corona. | Bild: Manfred Baumann

Über den Einbruch im Tourismusgeschäft in den kommenden Monaten seien keine Prognosen möglich. Das wäre Glaskugelleserei, so Rudolph. Dennoch wünscht sich der HTG-Chef gewisse Maßnahmen zur Lockerung der Ausgangsbeschränkung nach Ostern und eine Normalisierung bis Pfingsten. Thorsten Rudolph: „Zurück zur Normalität von der ersten Sekunde an wird aber leider nicht gehen.“ Der Touristiker vermutet, dass die Grenzen wohl noch eine geraume Zeit geschlossen bleiben werden.

Das bedeutet für ihn im Umkehrschluss: „Das Sommergeschäft wird vorwiegend mit deutschen Urlaubern getätigt werden.“ So lautet denn auch eine Kampagne der HTG für die kommenden Monate: „Urlaub im eigenen Land!“ Kritisch sieht Thorsten Rudolph die Situation einiger Betriebe im Tourismussektor. Gesunde Betriebe könnten anfangs überleben. Ab dem Sommer werde dies aber zunehmend schwierig, so seine Befürchtung. Die Betroffenen müssten von ihren Reserven leben; die Unterstützung der Wirtschaft sei deshalb notwendig. Die Schlussfolgerung von Rudolph: „Es ist in dieser Krise jedem bewusst geworden, welchen Stellenwert der Tourismus besitzt.“

Die Geschäftsstellen der HTG sind derweil für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Mitarbeiter seien im Hintergrund tätig, erklärt der Geschäftsführer. Das Callcenter und der Mail Account seien jederzeit erreichbar: „Wir sind für unsere Gäste und Gastgeber da.“ Das Hauptbüro sei besetzt. Es würden Videokonferenzen abgehalten und mit den Partnern kommuniziert. Die HTG sei breit aufgestellt, um zusammen mit ihren Partnern über Krisen hinwegzukommen, erklärt Rudolph. Der Geschäftsführer abschließend: „Wenn der grüne Knopf gedrückt wird, dann sind wir bereit!“

Bürgermeisterin Janette Fuchs spricht von einer harten Zeit für die Gemeinde, vor allem für die Gastgeber, Einzelhändler und Dienstleister. Die Rathauschefin befürchtet wegen der Corona-Pandemie auch rückläufige Einnahmen im Tourismussektor für die Gemeindekasse: „Weniger Gäste heißt für die Gemeinde auch weniger Einnahmen aus der Kurtaxe und dem Fremdenverkehrsbeitrag.“

Krisenmanagerin in Zeiten von Corona: Bürgermeisterin Janette Fuchs.
Krisenmanagerin in Zeiten von Corona: Bürgermeisterin Janette Fuchs. | Bild: Andreas Böhm

Positiv merkt die Bürgermeisterin an, dass die Lebensmittelgeschäfte geöffnet haben und Mahlzeiten zum Mitnehmen von verschiedenen Betrieben angeboten werden: „Es ist wichtig, die ortsansässigen Geschäfte gerade jetzt zu unterstützen und im Ort einzukaufen“, so Janette Fuchs. Die Bürgermeisterin weißt darauf hin, dass der Verwaltungsbetrieb unverändert weiter geht, jedoch der Publikumsverkehr auf dem Rathaus nur nach Terminabsprache möglich ist. Digitale Anfragen werden umgehend beantwortet. Die aktuellen Baustellen im Ort laufen situationsbedingt weiter.

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