Am Montag startet die Ferienregion Hochschwarzwald als touristische Corona-Modellregion. Über das Projekt informierte die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), der auch Todtmoos angehört. Unter Einhaltung strenger Sicherheitsauflagen werden weitere Lockerungen während der Corona Pandemie getestet. Die Projektphase dauert zwei Wochen und wird dann wissenschaftlich ausgewertet. Wir haben in Todtmoos bei Gastronomie, Gemeindeverwaltung und HTG nachgefragt, was sie von den Lockerungen in der Modellregion erwarten. Es zeigt sich ein durchaus geteiltes Meinungsbild.

Christoph Walter vom Hotel Restaurant „Ratsstüble“.
Christoph Walter vom Hotel Restaurant „Ratsstüble“. | Bild: Andreas Böhm

Christoph Walter vom Hotel Restaurant „Ratsstüble“ befürwortet die Lockerungen. Walter selbst bietet auch Schnelltests an. Zu seinen Kunden zählen viele Gäste aus der Schweiz. Diese sind nach Angaben des Wirtes überwiegend vollständig geimpft.

Marika Sauerstein vom Restaurant „Bürgerstüble“.
Marika Sauerstein vom Restaurant „Bürgerstüble“. | Bild: Andreas Böhm

Marika und Peter Sauerstein betreiben in Todtmoos das Restaurant „Bürgerstüble“. Sie sehen die Testgültigkeit von 72 Stunden als Erleichterung für die Gäste und sie selbst. Das „Bürgerstüble“ öffnet am 8. Juni wieder für Gäste. Zur Kontaktverfolgung wird die Luca-App eingesetzt, eine Registrierung ist auch manuell möglich. Vom Modellversuch haben sie erst durch Nachfrage unserer Zeitung erfahren.

Uwe Maier vom Café Bistro Maier.
Uwe Maier vom Café Bistro Maier. | Bild: Andreas Böhm

Uwe Maier vom Bistro Café Maier öffnet die Innenräume derzeit noch nicht. Eine vernünftige Kontrolle ist seiner Meinung nach in kleineren Betrieben nicht möglich. Er plädiert dafür, die Gastronomie wie im letzten Sommer mit Erhebung der Kontaktdaten, aber ohne Testpflicht zu öffnen.

Bürgermeisterstellvertreter Jörg Zimmermann.
Bürgermeisterstellvertreter Jörg Zimmermann. | Bild: Andreas Böhm

Bürgermeisterstellvertreter Jörg Zimmermann findet die Maßnahmen generell eine gute Sache. Wichtig ist für ihn, dass die Informationen breit gestreut werden. Zimmermann meint, dass alles probiert werden soll, und die Öffnung der Gastronomie mit so wenig Aufwand wie möglich verbunden sein muss.

Herbert Kreuz von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Bild: HTG
Herbert Kreuz von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Bild: HTG | Bild: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Herbert Kreuz, Pressesprecher der HTG, hofft auf eine erfolgreiche Projektphase und sieht eine große Erleichterung für die Tourismusbetriebe. Im Blick hat er weitere Öffnungen im Kultur- und Freizeitbereich. Die Buchungen für den Sommer sind nach Aussage des Touristikers gut. Herbert Kreuz sieht bei einer positiven Entwicklung eine starke Auslastung der Betriebe im Hochschwarzwald.

Sollte die Modellregion erfolgreich sein und die Inzidenzen niedrig bleiben, könnten laut HTG die Lockerungen auf das gesamte Land Baden Württemberg ausgeweitet werden. Der Kernpunkt der Lockerungen betrifft die Gültigkeit der vorgeschriebenen Schnelltests. Diese wird zur Nutzung etwa von Gastronomie im Innenbereich von 24 auf 72 Stunden ausgeweitet und gilt für Übernachtungsgäste. Tagestouristen und Einwohner zählen nicht dazu. Nachweis für die Beherbergung ist die Konuskarte. In Gastronomie und Freizeiteinrichtungen zählen die Konuskarte und das Datum des Tests als Zutrittskontrolle. Zur einfachen Kontaktverfolgung soll die Luca-App genutzt werden. Als Teil des Modells dürfen der Steinwasenpark in Oberried, der Tierpark Tatzmania in Löffingen und der Hasenhorn-Coaster in Todtnau, frühzeitig öffnen.