André Binninger vom Ingenieurbüro Tillig und Hans Jürgen Lenz vom geotechnischen Institut stellten die geplanten Maßnahmen im Sanierungsgebiet Vordertodtmoos III im Bereich der Schwarzenbacher Straße und des Herrenkopfweges vor. Die festgestellte Belastung des auszuhebenden Bodens mit unterschiedlichen Schadstoffen sowie die nötige Standsicherheit der berg- und talseitigen Böschung sind die hauptsächlichen Probleme, die es zu lösen gilt.

Durch Untersuchungen und Gutachten wurde eine Stützkonstruktion angeordnet, wie Hans Jürgen Lenz erklärte: „Die Maßnahme einer Bodenvernagelung im Böschungsbereich ist wirtschaftlich und technisch am günstigsten“, formulierte Lenz das Vorhaben. Die Vernagelung und Abdeckung mit Spritzbeton soll jedoch nur punktuell an den notwendigen Stellen erfolgen. Auf eine bergseitige Hangbefestigung wird verzichtet. Aus geotechnischer Sicht kann die Standsicherheit der Böschung für Verkehrslasten nicht nachgewiesen werden. Die zusätzlich notwendigen Maßnahmen treiben die veranschlagten Kosten in die Höhe. Für die Sicherung der Böschung werden statt rund 370.000 Euro nun etwa 500.000 Euro kalkuliert.

Auf Nachfrage aus der Ratsrunde empfahlen die Experten, hier nicht einsparen zu wollen, um Folgeschäden durch das Abrutschen des Hanges zu vermeiden. Analog zur bereits fertig gestellten Wehratalstraße sollen bei der optischen Gestaltung der Straße wieder Pflasterbänder zum Einsatz kommen. Ratsmitglied Michael Schmitz (Freie Wähler) plädierte für eine günstigere Steinvariante. Die Verlegung von Pflasterbändern ist vorgeschrieben, um die nötigen Zuschüsse zu erhalten. André Binninger erläuterte die Bauausführung der Straßen mit Gehwegen. Ein talseitiges Geländer ist nicht vorgesehen, da dort Schutzplanken installiert werden.

Die marode Schwarzenbacher Straße wird im Zuge des Sanierungsprogrammes Vordertodtmoos III grundlegend saniert. Der Geweg wird auf die andere Straßenseite verlegt.
Die marode Schwarzenbacher Straße wird im Zuge des Sanierungsprogrammes Vordertodtmoos III grundlegend saniert. Der Geweg wird auf die andere Straßenseite verlegt. | Bild: Andreas Böhm

Der bislang hangseitig verlaufende Gehweg an der Schwarzenbacher Straße bis zum Areal der Klinik Wehrawald wird auf die Talseite verlegt. Von der Kreuzung Schwarzenbacher/Wehratalstraße bis zum Haus Lüthy werden das Kanalsystem und die Wasserversorgung erneuert. Auf Nachfrage von Gemeinderat Jörg Zimmermann (CDU), ob die Versorgungsrohre weiter in Richtung der Wohnhäuser im Klinikbereich verlegt werden, erklärte Kämmerer Uwe Bonow, dass ein möglicher Anschluss an das Netz der Gemeinde vom Eigentümer der Wohnhäuser abgelehnt wurde. André Binninger zeigte sich abschließend zuversichtlich, das der veranschlagte Kostenrahmen von 2.860.504 Euro eingehalten werden kann. In diesen Betrag sind die Kosten für die Ver- und Entsorgung aber noch nicht enthalten.

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