Der Musikverein Todtmoos-Weg wollte 2020 sein 125-jähriges Jubiläum gebührend feiern. Wegen der Corona- Pandemie war dies jedoch nicht möglich. Das auf 2021 verschobene Festprogramm musste nun auf einen Blasmusikabend im November reduziert werden. In loser Folge wollen wir einen Einblick in die bewegte Geschichte des Vereins geben.

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Im Sommer des Jahres 1905 wurde im kleinen Kreis der Aktiven und Angehörigen in der „Wirtschaft zum Hochkopf“ das bescheidene zehnjährige Stiftungsfest gefeiert. In einem ganz besonderen Gewand trat die Wegner Musik im August 1906 beim großen Spinn- und Trachtenfest vor dem Kurhaus auf der Pfarrwiese auf. Eigens für diesen Anlass hatte sich der Verein die schmucke historische Hauensteiner Hotzentracht ausgeliehen. Dann folgte ein Tiefpunkt im Vereinsleben.

Der Chronik nach wurden die Proben nicht mehr regelmäßig besucht und verschiedene Mitglieder hatten dem Verein den Rücken gekehrt. Im Jahr 1910 wurde mit dem neuen Dirigenten Albin Maier senior aus Lehen der Verein auf ganz neuer Grundlage wieder aufgebaut. Fortan wurde wieder fleißig geprobt, bis durch den Beginn des Ersten Weltkrieges eine Zwangspause entstand. Der Dirigent spielte bis zu seiner Einberufung 1915 mit einigen Musikern jedoch bei Beerdigungen gefallener Soldaten.

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Nach der Reaktivierung des Vereins nach dem Krieg wurde bereits im Jahr 1919 bei einer Hochzeit wieder Musik gemacht. 1921 wurde erstmals an einem Kritikspiel in Schönau teilgenommen. Nach dem Beitritt des Musikvereins zum Bezirksverband Oberrhein wurde beim Gau-Musikfest in Sankt Blasien aufgespielt. Nach einem Wechsel des Vorstandes wurde den Mitgliedern in einer luftreinigenden Versammlung‘ eine neue Satzung vorgelegt, welche künftige Krisen verhindern sollte. Aus heutiger Sicht klangen einige Paragraphen recht merkwürdig. Hier ein Auszug: § 4: Jedes Mitglied, welches Interesse am Emporstreben der Musik hat, wird bemüht sein, auch außerhalb der Proben das Gelernte durch fleißiges Üben zu befestigen. § 8: Es ist untersagt, Nichtmusiker auf dem Instrument spielen zu lassen. § 12: Austritt ist nur nach vierteljährlicher, schriftlicher Kündigung gestattet.

Erste Uniform

Im Jahr 1927 wurde die erste Uniform angeschafft. Es wurden 19 Exemplare von Schneidermeister Hermann Wagner aus Prestenberg angefertigt, welche pro Musiker 55 Mark kosteten. Zur Finanzierung wurde in der Gemeinde gesammelt. Zur Einweihung der vergrößerten Wallfahrtskirche im Jahr 1928 spielte die Wegner Musik vor 4000 bis 5000 Menschen. Im August 1935 wurde das 40-jährige Gründungsfest gebührend gefeiert. Kurz nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges halfen sich die Wegner Musik und die damalige Feuerwehrmusik gegenseitig aus. Die Eintragungen in der Chronik wurden spärlicher und endeten kriegsbedingt im November 1942 nach einem Umtrunk mit folgenden Worten: Mit dem Wunsch, sich bald wieder einmal so zu treffen, trennte man sich um die Mitternachtsstunde‘.