Kann die Pfarrscheune doch noch gerettet werden? Nachdem die Erzdiözese bereits den Abriss beschlossen hatte, besteht nun wieder Hoffnung auf den Erhalt des Gebäudes. Am Dienstag haben der Leiter der Seelsorgeeinheit, Pater Roman, sowie Mitglieder von Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat eine Liste mit 774 Unterschriften für den Erhalt der Pfarrscheune an Vertreter der Erzdiözese übergeben, die die Zukunft des Gebäudes nun als offen bezeichneten.

Eine Visualisierung zeigt, wie sich die Situation nach dem Abriss der Pfarrscheune und dem Bau von drei Garagen darstellt
Eine Visualisierung zeigt, wie sich die Situation nach dem Abriss der Pfarrscheune und dem Bau von drei Garagen darstellt | Bild: Christiane Sahli

Rund 100 Jahre ist die Todtmooser Pfarrscheune alt, die in der Vergangenheit unter anderem als Wohn- und Lagerraum, aber auch als Garage genutzt wurde. Die Bausubstanz ist dem Alter entsprechend gut. Vonseiten der Erzdiözese war schon vor einiger Zeit der Abriss beschlossen worden, an der Stelle der Pfarrscheuer war die Errichtung von drei Garagen geplant. Der 2020 neu gewählte Pfarrgemeinderat hatte sich aber, ebenso wie der Stiftungsrat und Pater Roman, der die Leitung der Seelsorgeeinheit zum 1. September des vergangenen Jahres übernahm, für den Erhalt der Pfarrscheune ausgesprochen.

Mögliche Zukunft

Man ist der Meinung, der Abriss des Gebäudes hätte einen Einfluss auf das Ortsbild und würde das historische Gesamtbild mit Kirche und Kloster zerstören. Zudem wären die Kosten für Abriss und Ersatzbebauung sinnvoller und nachhaltig in eine Sanierung investiert. Das Gebäude könnte nach einer Sanierung pastoralen Zwecken dienen, sagte Pater Roman, aber auch eine Nutzung als Wohnraum oder eine Mischnutzung seien denkbar. Wenn eine Sanierung als nicht wirtschaftlich abgelehnt werde, komme auch ein Verkauf in Frage, Interessenten seien vorhanden. Der Abriss sei nur die letzte Option, so der Pater. Vonseiten nicht nur der Pfarrgemeinde, sondern auch der politischen Gemeinde und Bürgern aus Todtmoos und Umgebung wird der Erhalt der Pfarrscheune unterstützt, eine Liste mit 775 Unterschriften zeigt dies deutlich.

Vor-Ort-Termin

Am Dienstag machten sich Günter Feist, Leiter des Referates Bauwesen der Kirchengemeinden und Denkmalpflege der Erzdiözese, und Martin Müller, Sachbearbeiter für das Dekanat, vor Ort ein Bild von der Lage, nachdem sie die Unterschriftenliste entgegengenommen hatten. Es fanden zudem Gesprächen mit Patres, Pfarrgemeinde- und Stiftungsräten sowie Bürgermeisterstellvertreter Jörg Zimmenmann statt.

Das Fazit

„Unser Anliegen wird ernst genommen“, so der Eindruck von Pater Roman nach den Gesprächen. Als offen bezeichnete Feist das Ergebnis. Aber bis es zu einer Entscheidung kommt, müssen noch viele Gespräche geführt werden: Mit dem staatlichen Hochbauamt, dem Bauamt der Erzdiözese und der Pfarrpfründestiftung als Eigentümerin der Liegenschaft. Dabei werde es auch um Kosten und Wirtschaftlichkeit der Sanierung gehen, erklärte Pater Roman. Er zeigte sich optimistisch, dass es gelingen könne, die Pfarrscheune zu erhalten. Mit einer Entscheidung sei voraussichtlich im Herbst zu rechnen, erklärte er.