Frau verteilt nach einer Messe Flugblatt vor der Wallfahrtskirche mit Beschimpfungen gegen Flüchtlinge und Integrationshelfer. Die Pfarrgemeinde ist entsetzt.

In Todtmoos sorgte eine Frau kürzlich für Aufregung unter den Kirchgängern. Am vergangenen Freitag verteilte sie laut Mitteilung des Pfarramtes Todtmoos-Bernau nach der Messe vor der Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau“ Hass-Schriften an die Kirchgänger. In dem Schreiben werden nicht nur Flüchtlinge pauschal bösartig verunglimpft, sondern auch Integrationshelfer aufs übelste beschimpft. Das Flugblatt liegt der Redaktion vor.

Nach dem Vorkommnis vom Freitag, 9. März, distanzieren sich die Todtmooser Pauliner Patres sowie auch der katholische Pfarrgemeinderat Todtmoos-Bernau in einer schriftlichen Stellungnahme in aller Deutlichkeit von dem Pamphlet. Weder die Patres noch der Pfarrgemeinderat hätten diese Aktion, die auf dem Kirchenparkplatz stattgefunden habe, genehmigt. Das Schreiben bezeichneten sowohl Prior David wie Michael Simon, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, als „feindselig und giftig“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Prior David, die Polizei sei mittlerweile über den Vorgang informiert worden. Als Hausherr habe er der Frau zudem für alle kirchlichen Einrichtung in Todtmoos Hausverbot erteilt.

Pater David betonte, dass die Pfarrgemeinde gegenüber in Not geratenen Menschen eine entschieden christliche Haltung einnehme und deshalb von der betreffenden Frau schon mehrfach schriftlich attackiert worden sei. Die Frau habe in der Vergangenheit schon häufiger Briefe mit fremdenfeindlichen Inhalten über Flüchtlinge und Islam geschickt. Die Inhalte bezeichnete der Prior als „unmenschlich“.

Deshalb machen sowohl die Geistlichen wie auch der Pfarrgemeinderat in der schriftlichen Stellungnahme in aller Deutlichkeit klar: „Als Christen und Mitglieder der Katholischen Kirche unterstützen wir in keinem Fall eine solche höchst unchristliche Haltung und finden sie empörend und bedauernswert.“

Gerade an jenem Freitag, als sich der Vorgang abspielte, sei zuvor in der Messe die Perikope aus dem Markusevangelium (12,28b-34) über das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe vorgelesen worden. „Die Sprache der Christen ist nicht die Sprache des Hasses, sondern der Liebe, auch der Nächstenliebe im Sinne Jesu: Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen (Matthäus 25,35)“, schreiben Pater David und Michael Simon abschließend.