"Der Stollen aus dem Stollen." Mit diesem einprägsamen Slogan kommt das Todtmooser Besucherbergwerk Hoffnungsstollen künftig zu neuen Ehren. Im Magnetkies- und Nickelerzbergwerk im Zellermoos werden neuerdings Christstollen aus der Produktion der ortsansässigen Bäckerei Zimmermann zum Reifen eingelagert.

Export aus dem Erzgebirge

Die Idee hierzu stammt von Konditormeister Alexander Matt, der den Familienbetrieb führt. Der 36-Jährige möchte nun in den Schwarzwald holen, was im Erzgebirge schon länger praktiziert wird: "Warum sollen wir das nicht in Todtmoos machen? Wir haben ja auch ein Bergwerk." Zugleich ist es Alexander Matt aber wichtig, eine Verbindung zwischen seinem Gebäck und dem Hoffnungsstollen herzustellen mit dem Ziel, das noch mehr Gäste diese historische Stätte besuchen.

In eigens angefertigten Kisten aus Schwarzwälder Tannenholz reifen die Christstollen etwa drei Monate, und bekommen so ein ganz besonderes Aroma.
In eigens angefertigten Kisten aus Schwarzwälder Tannenholz reifen die Christstollen etwa drei Monate, und bekommen so ein ganz besonderes Aroma. | Bild: Andreras Böhm

Bislang lagerten die Stollen in einem kühlen, dunklen Raum der Bäckerei. Alexander Matt verpackte die süße Leckerei in Kisten aus Tannenholz, die von der Zimmerei Mutter in Todtmoos eigens angefertigt wurden. Mehrere dieser gefüllten Kisten lagern jetzt für drei bis vier Monate im hinteren Teil des Bergwerkes in einem Seitenstollen. Etwa 200 Laib Christstollen sollen auf diese Weise veredelt werden.

Tannenholz gibt Stollen den Geschmack

Tief unter der Erde finden die Stollen laut Matt bei einer konstanten Temperatur von acht bis zehn Grad und einer 80-prozentigen Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen für die Reife und ein optimales Aroma: "Das Tannenholz ist luftdurchlässig und gibt dem Stollen auch Geschmack", erklärt Matt. Der findige Konditormeister denkt aber schon einen Schritt weiter: In seiner Backstube entstand bereits der "Prototyp" eines Sommerstollens. Dieser soll dann anstatt des traditionellen Weihnachtsgebäcks in der warmen Jahreszeit angeboten werden. Der Clou: diese neue Kreation wird in Anlehnung an den berühmten Todtmooser Lebkuchen hergestellt, und soll geschmacklich an das historische Pilgerbrot erinnern.

Noch einmal dürfen die Christstollen ans Tageslicht, bevor sie im Hoffnungsstollen im Dunkeln reifen. Über die gelungene Aktion freuen sich (von links) Bürgermeisterin Janette Fuchs, Konditormeister Alexander Matt und der Betreuer des Bergwerkes, Ludwig Müller.
Noch einmal dürfen die Christstollen ans Tageslicht, bevor sie im Hoffnungsstollen im Dunkeln reifen. Über die gelungene Aktion freuen sich (von links) Bürgermeisterin Janette Fuchs, Konditormeister Alexander Matt und der Betreuer des Bergwerkes, Ludwig Müller. | Bild: Andreas Böhm

Bürgermeisterin Janette Fuchs, die bei der Einlagerung der Christstollen anwesend war, zeigte sich begeistert von der Idee. "Ich war total überrascht, als ich das hörte. Es ist toll, das unser Bergwerk auch für solche Sachen genutzt wird", so Fuchs. Spontan entstand in der Runde die Idee, in den Wintermonaten für die Gäste einen Glühweinplausch mit Stollen im Eingangsraum des Bergwerkes anzubieten. Der ehrenamtliche Betreuer des Besucherbergwerkes, Ludwig Müller, führt jetzt nicht nur die Gäste durch die Todtmooser Unterwelt, sondern wirft auch ein wachsames Auge auf die "Stollen im Stollen".