Beethoven im vollsten Klang bot ein gemeinsames Konzert des Oberrheinischen Sinfonieorchesters Lörrach mit dem Motettenchor, ebenfalls aus Lörrach, welches am vergangenen Sonntag in der Todtmooser Wallfahrtskirche stattfand. Mit drei Werken des großen Komponisten der Klassik boten die Musiker unter der Leitung von Stephan Böllhoff und Stephan Malluschke ein berührendes Konzert, dessen Musik im Kirchenraum eine besondere Andacht zum Ausdruck brachte.

Besonders eindrucksvoll

Royal war der Einstieg in den Konzertnachmittag, den das Sinfonieorchester zunächst alleine bestritt mit einer Interpretation der Ouvertüre zum Schauspiel „König Stephan“. Mit abwechselnd leichten und schweren Akzentuierungen der Töne steigerte sich das Orchester schließlich in seiner Dynamik, was eine pompöse Melodieführung immer hörbarer werden und ließ und den königlichen Charakter der Ouvertüre verdeutlichte. Besonders eindrucksvoll war dabei die stets ausgewogene Intonation des Orchesters, das ein stimmiges Klangbild aus feinen Holzbläsern, Blechbläsern und Streichern erschuf. Auf königlichen Glanz folgte die unergründliche Tiefe des Wassers mit der Komposition „Meeresstille und Glückliche Fahrt“, das Beethoven für Orchester und Chor geschrieben hat. Töne aus dem scheinbaren nichts, gesungen vom Mottenchor und zurückhaltend begleitet von den Streichen im Orchester, erzeugten von Beginn an eine schöne-traurige Atmosphäre, die das freie aber zugleich gefährliche Wesen der Seefahrt wiederspiegelte. So war denn auch der sich ins Forte steigernde Einsatz des Orchesters wie ein Wellenspiel, das schließlich sicher endete und den Nachklang einer Brandung, wo das Wasser friedlich auf Land trifft, im Raum tönen ließ.

Das finale Stück war schließlich die Messe in C-Dur, welche zusätzlich von den Solisten Alies Mack (Sporan), Julia Hilpert (Alt), Eduard Wagner (Tenor) und Lorenz Kauffer (Bass) stimmstark begleitet wurde. Geprägt vom persönlichen Verständnis Beethovens für liturgische Texte, zeichnete sich die Darbietung der Künstler durch einen musikalisch ausgedrückten Ernst aus. In gewisser Weise schuf diese Interpretation eine angemessene Ehrfurcht vor dem Text. In fünf Sätzen führt die Musik entlang dieser Ernsthaftigkeit, die durch viele Tonarten immer wieder anders verstanden wird. Wie Glanzpunkte hoben dabei die Soli vereinzelte Stellen besonders hervor.