Todtmoos So diskutieren Politik, Wirtschaft und Naturschützer über die Wasserkraft

Bei der Podiumsdiskussion zur Wasserkraft im Kurhaus Wehratal in Todtmoos stand vor allem die Frage nach dem Potenzial der Wasserkraft im Vordergrund, während über dieses Thema Uneinigkeit herrschte, gab es bei den Rednern den über die Notwendigkeit der Energiewende.

Zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema erneuerbare Energien in der Region lud die Interessengemeinschaft Kleine Wasserkraft Südschwarzwald am Dienstagabend in das Kurhaus Wehratal nach Todtmoos ein. Teilnehmer aus den Bereichen Naturschutz, Energiewirtschaft sowie aus der Landes- und Kreispolitik beschäftigten sich intensiv mit diesem wichtigen Thema. Auch aus dem Publikum kamen fundierte Meinungen, überwiegend zum Aspekt der Nutzung von Wasserkraft, die an dem Abend im Vordergrund stand.

Moderiert wurde die lebhafte Diskussionsrunde von Landrat Martin Kistler. Es wurden verschiedene Spannungsfelder im Laufe der dreistündigen Veranstaltung herausgearbeitet. Über das Potential der Wasserkraft waren sich die Redner nicht ganz einig. Über die Notwendigkeit der Energiewende herrschte aber ein Konsens. Das Wie und Wann jedoch bot regen Diskussionsstoff auf der Bühne und bei den rund 80 Zuhörern im Saal. Die Umwandlung von Strom in Methan als alternative Energieform wurde in der Runde noch als zu wenig energie-effizient und zu teuer bezeichnet.

Experten referieren

Axel Berg, Vorstandsvorsitzender der Eurosolar-Sektion Deutschland, bescheinigte der Wasserkraft im Südwesten „ein riesiges Ausbaupotenzial“. Sie sei rund um die Uhr verfügbar, sei dezentral und könne als Speicher genutzt werden. Fischtreppen brächten nach Bergs Worten allerdings nur wenig Nutzen. Zudem rügte er das Einsetzen von Fischen aus Zuchtfabriken. „Der schlimmste Feind der Fische sind die Fischer“, sagte Axel Berg.

Durch die Neufassung sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kaputtgemacht worden. Denn es blieben nur „große Player“ auf dem Markt übrig, rügte Berg.Gerhard Bronner, der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, forderte höhere ökologische Standards bei der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien.

Alle Formen der Energiegewinnung hätten seiner Meinung nach Vor- und Nachteile. Priorität vor der regenerativen Erzeugung habe die Energie-Effizienz. „Hier hinken wir weit hinterher“, lautete die Meinung Gerhard Bronners.Der Naturschützer sah auch die Bioenergie wie etwa den Extra-Anbau von Raps kritisch. Hierdurch seien die Grünflächen radikal nach unten gegangen.

Im Gegensatz zu Axel Berg sieht Bronner bei der Wasserkraft kein Ausbaupotenzial mehr. Die Windenergie habe das größte Potential, so der Redner. Jedoch müsse bei den Standorten auf Vogelarten wie etwa den rotem Milan oder das Auerhuhn Rücksicht genommen werden. Baden-Württemberg sei nicht energieautark und es sei besser, Energie über Trassen heranzuschaffen. „In einen sauren Apfel müssen wir beißen“, sagte Gerhard Bronner abschließend.

 

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Todtmoos
Todtmoos
Todtmoos
Todtmoos
Todtmoos
Todtmoos
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren