Einen Abschluss mit großer musikalischer Bandbreite fand das diesjährige Hornwochenende am Sonntagvormittag in der Wehratalhalle in Todtmoos. Die in sieben Gruppen eingeteilten Teilnehmer präsentierten sich ebenso den Zuhörern wie das Ensemble der Meisterklasse, und den Abschluss machte, wie gewohnt, das Gesamtensemble aller Teilnehmer und Dozenten unter der Leitung von Julian Gibbons.

Die siebenköpfige Gruppe der Siebenjährigen unter der Leitung von Thomas Klupsch aus Potsdam begann das Konzert mit zwei bekannten Kanons, eingerahmt durch Walzer und Marsch von Franz Schubert. Der ebenfalls aus Potsdam angereiste Jürgen Runge hatte mit seinen acht Hornisten im Alter zwischen zehn und elf Jahren drei flotte, sehr sauber und mit spielerischer Leichtigkeit vorgetragene Stücke vorbereitet, darunter einen ganz deutlich als solchen identifizierbaren Jägermarsch.

Rhythmisch anspruchsvoll und mit modernem Sound kam die sechsköpfige Gruppe des aus der Nähe von Freiburg stammenden Dozenten Udo Schmitz daher, und mit schön herausgespielten Echoeffekten wartete die siebenköpfige Gruppe von Florence Guillaume aus der Normandie auf. Als Überraschung dirigierte der Teilnehmer mit Down-Syndrom, der Mitglied dieser Gruppe war, noch ein kleines Zusatzstück, und Manuel Wagner, Leiter der Jugendmusikschule Bad Säckingen, die an der Organisation der Hornkurse in Todtmoos mitwirkt, gab seiner ganz besonderen Freude darüber Ausdruck, dass durch die Betreuung durch Gabi Barth auch der Inklusionsgedanke bei diesen Veranstaltungen verwirklicht werden kann.

Der Höhepunkt des Konzertes war mit Sicherheit der Auftritt des Ensembles der Meisterklasse unter Julian Gibbons mit Verdis Ouverture zu Nabucco. Dieses eindrückliche Musikerlebnis, mit technischer Perfektion, überragender Musikalität und einem wirklich ausgefeilten sinfonischen Klang umgesetzt, war bereits am Vorabend im Konzert der Meisterschüler in der Klinik Wehrawald zu hören gewesen. Außerdem hatte dieses Konzert die außergewöhnlich anspruchsvolle Arbeit von Mischa Greull und seiner zwölfköpfigen Meisterklasse mit der Präsentation von Stücken wie dem ersten Hornkonzert von Richard Strauss sowie Werken von Haydn, Mozart, Saint-Saëns und Sarasate unter Beweis gestellt.

Nach einer kurzen Pause betrat am Sonntagvormittag Michaela Müller aus Brandenburg mit ihrer aus sieben Frauen und einem Mann bestehenden Erwachsenengruppe die Bühne und zelebrierte absoluten Schönklang. Takashi Sugimoto, schon seit vielen Jahren treuer Begleiter der Hornkurse, hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen. Mit seiner Gruppe, ergänzt durch eine Sprecherin, führte er die musikalisch untermalte Fabel von La Fontaine „Der Rabe und der Fuchs“ auf, und im Anschluss erklang noch, verstärkt durch drei Kollegen, die Ouverture einer Telemann-Suite. Martin Blanco schließlich gestaltete mit seiner rein männlichen Hornistengruppe einen bühnenreifen Auftritt zu einem Stück von Michael Jackson.

Organisatorin Johanna Birth bedankte sich bei der Gemeinde für die stets gute Zusammenarbeit, und Bürgermeisterstellvertreter Jörg Zimmermann sprach seine Hoffnung aus, die Teilnehmer der Hornkurse auch im kommenden Jahr wieder begrüßen zu dürfen. Ein ganz spezieller Dank aber galt den beiden Pianistinnen Barbara Kleiner und Valentina Peetz, die kurzfristig aufgrund krankheitsbedingter Absage mit Bravour die hoch anspruchsvolle Aufgabe der Korrepetition übernommen hatten.