Das Verbandsjugendorchester (VJO) des Blasmusikverbandes Hochrhein gratulierte der Gemeinde Todtmoos zum 750-jährigen Ortsjubiläum auf musikalische Weise mit einem herausragenden Konzertabend im Kurhaus Wehratal. Die 65 jungen Musikerinnen und Musiker im Alter von 15 bis 27 Jahren boten unter der bewährten Leitung von Julian Gibbons ein höchst anspruchsvolles Repertoire. Jede einzelne Stück stellte mit seinem besonderen Charakter einen Höhepunkt dar.

Auf den Spuren der Wallfahrt

Die Auswahl der Konzertstücke stand ganz im Zeichen der Eindrücke der jüngsten Reise des VJO, die nach Griechenland und Mazedonien führte.

Das Verbandsjugendorchester interpretierte beim Konzert in Todtmoos Eindrücke seiner jüngsten Reise nach Griechenland und Mazedonien.
Das Verbandsjugendorchester interpretierte beim Konzert in Todtmoos Eindrücke seiner jüngsten Reise nach Griechenland und Mazedonien. | Bild: Andreas Böhm

Mit der „Fanfare“ der Wiener Philharmoniker gelang dem Orchester ein würdiger Auftakt. Diverse Register hatten sich zur Fanfare abseits der Bühne im Saal postiert. Antike arabische Tradition verkörperte die Komposition „Hajj“. Das Stück beschrieb die Reise nach Mekka und den Moment vor dem Gebet im Angesicht der Kaaba.

Orientalische Klangfarben versetzten die zahlreichen Zuhörer in die arabische Welt. Mit dem „Clarinet Concerto“ von Martin Ellerby wurde Charlotte Sitz als leidenschaftliche Solistin auf der Klarinette angekündigt. Diese Leidenschaft war bis zum letzten Ton ihres Soloparts förmlich zu spüren. Die dreiteilige Komposition beschrieb unter anderem eine muntere Szene auf einem Jahrmarkt, die von der Solistin gekonnt interpretiert wurde.

Solistin des Abends war Charlotte Sitz an der Klarinette. Sie begeisterte die Zuhörer mit dem Clarinet Concerto.
Solistin des Abends war Charlotte Sitz an der Klarinette. Sie begeisterte die Zuhörer mit dem Clarinet Concerto. | Bild: Andreas Böhm

Auf den Spuren der Götter

Nach einem eher ruhigen Mittelteil lebte das Stück im Finale von Elementen des Jazz. Das monumentale Werk „El Olimpo de los Dioses“ – Der Olymp der Götter, des Komponisten Oscar Navarro, setzte dem ohnehin schon hochkarätigen Konzertabend die musikalische Krone auf.

In dem aus zehn Szenen bestehenden Stück wurden die Charaktere und Bedeutung der zwölf Götter des Olymp in ganz unterschiedliche Tonfolgen und Rhythmen gefasst; ein hohes künstlerisches Erlebnis der ganz besonderen Art. Jeder Gott wurde mit einem gewaltigen Donnerschlag begrüßt. Der Götterbote Hermes etwa wurde durch schnelle, lebendige Tonfolgen interpretiert. Eher düstere Momente brachte das Orchester bei Hades, dem Gott des Todesreiches, zum Ausdruck.

In gewohnt ruhiger und konzentrierter Manier führte Dirigent Julian Gibbons das Orchester durch den Abend. Die beiden Vizepräsidenten des Blasmusikverbandes Hochrhein, Brigitte Ruß und Ralf Eckert, gratulierten zwei Musikerinnen zur zehnjährigen Mitgliedschaft.

Gratulation für zehn Jahre im VJO (von links): Vizepräsidentin Brigitte Ruß, die beiden Musikerinnen Christine Wagner und Julia Huber sowie Vizepräsident Ralf Eckert.
Gratulation für zehn Jahre im VJO (von links): Vizepräsidentin Brigitte Ruß, die beiden Musikerinnen Christine Wagner und Julia Huber sowie Vizepräsident Ralf Eckert. | Bild: Andreas Böhm

Ralf Eckert bedankte sich bei allen Akteuren und Sponsoren für ihr Engagement, insbesondere auch bei der Gemeinde Todtmoos: „Todtmoos ist fast unsere zweite Heimat“, so Eckert. Bürgermeisterin Janette Fuchs sagte dem Orchester seitens der Gemeinde ihre Unterstützung bei der Durchführung von Probentagen zu.