Ein beeindruckendes Beispiel für Völkerverständigung auf musikalischer Ebene präsentierte das Verbandsjugendorchester Hochrhein (VJO) zusammen mit der Thesaloniki Youth Band (TYB) aus Griechenland bei einem Doppelkonzert in der Todtmooser Wehratalhalle.

Doppelkonzert einmal anders

Wer ein Doppelkonzert im üblichen Sinn mit zwei separat spielenden Orchestern erwartet hatte, wurde überrascht. Beide Formationen nahmen gemeinsam auf der Bühne Platz und boten den Zuhörern anspruchsvolle und zugleich kurzweilige Unterhaltung.

Gemeinsam auf der Bühne im Todtmooser Kurhaus Wehratal: das Verbandsjugendorchester Hochrhein und die Thesaloniki Youth Band boten anspruchsvolle Musik auf höchstem Niveau.
Gemeinsam auf der Bühne im Todtmooser Kurhaus Wehratal: das Verbandsjugendorchester Hochrhein und die Thesaloniki Youth Band boten anspruchsvolle Musik auf höchstem Niveau. | Bild: Andreas Böhm

Im Wechsel dirigierten Julian Gibbons (VJO) und Nikolas Chrysochoou (TYB) das Orchester, das sichtlich Spaß am gemeinsamen Auftreten hatte. Bürgermeisterstellvertreter Jörg Oehler begrüßte die Gäste aus Griechenland sogar mit einigen Worten in ihrer Heimatsprache. Mit der choralartigen Komposition „With Heart and Voice“ eröffneten die Künstler auf der Bühne das Konzert. Lebhafte Passagen wechselten sich mit feinfühligen Tönen des Flötenregisters und satten Akzenten der Percussionisten ab.

Gemeinsam auf der Bühne im Todtmooser Kurhaus Wehratal: das Verbandsjugendorchester Hochrhein und die Thesaloniki Youth Band boten anspruchsvolle Musik auf höchstem Niveau.
Gemeinsam auf der Bühne im Todtmooser Kurhaus Wehratal: das Verbandsjugendorchester Hochrhein und die Thesaloniki Youth Band boten anspruchsvolle Musik auf höchstem Niveau. | Bild: Andreas Böhm

Einen musikalischen Abstecher auf die grüne Insel Irland machte das Orchester mit dem Song „Oh Danny Boy“, der als Irlands heimliche Hymne bezeichnet wird. Mit „Year Of The Dragon“, ursprünglich für Brass Band geschrieben, wagten sich die jungen Musiker auf höchstes Niveau und ernteten für ihre tadellose Darbietung tosenden Applaus. Erfrischend und voller Dynamik wurden Songs aus dem legendären Broadway-Musical „Mary Poppins“ zu Gehör gebracht, bevor ein Medley mit Melodien aus diversen Musicals wie etwa „Don‘t Cry For Me Argentina“ aus Evita folgte. Natürlich durfte das Gemeinschafts-Orchester nicht ohne Zugaben die Bühne verlassen.

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In nur zwei Tagen hatten sich die Jugendlichen auf das gemeinsame Konzert vorbereitet: „Zum Konzert sind zum ersten mal Alle da“, schmunzelt Julian Gibbons. Er zollte den griechischen Freunden seinen Respekt und drückte seine Bewunderung aus. In Griechenland würden ganz andere Verhältnisse und Voraussetzungen für ein solches Orchester herrschen, so der Dirigent des VJO. Es gäbe zum Beispiel nur wenig Geld für Instrumente.

Wer hatte die Idee?

Die Idee für das Doppelkonzert entstand bei einem Meisterdirigentenkurs an der Musikakademie in Staufen, an der auch Nicolas Chrysochoou teilnahm. Der britische Dirigent Douglas Bostock leitete den Kurs und lud anschließend zum gemütlichen Austausch ein. Mit dabei war auch der Dirigent des Musikvereins Rickenbach, Stefan Wagner, der den Stein für den gegenseitigen Besuch der beiden Orchester ins Rollen brachte. Bereits im Vorjahr weilte das VJO bei einer Tournee in Griechenland und Mazedonien und knüpfte Kontakte zur TYB.