Der Fremdenverkehrsbeitrag in Todtmoos wird erhöht. Darauf einigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Der Hintergrund: nach aktueller Rechtssprechung dürfen Kliniken bezüglich des Beitrages nach Umsatz prozentual nicht wie die übrigen Übernachtungsbetriebe eingestuft werden. Der wesentlich geringere wirtschaftliche Vorteil der Kliniken aus den Werbeaktivitäten der Gemeinde muss Berücksichtigung finden.

Laut den detaillierten Berechnungen von Kämmerer Uwe Bonow würde die notwendige Fortschreibung der bisherigen Satzung zu Mindereinnahmen von 36.000 Euro bei einem Gesamtvolumen der Einnahmen von 140.793 Euro führen.

Um den Rückgang der Einnahmen ausgleichen und das Defizit reduzieren zu können, wird der Fremdenverkehrsbeitrag nach Umsatz von 23 Prozent auf 29 Prozent erhöht. Kliniken bezahlen zehn Prozent. Das Bettengeld steigt für Erwachsene von 45 Cent auf 56 Cent pro Übernachtung. Für Jugendliche müssen statt bislang 20 Cent künftig 25 Cent an die Gemeinde abgeführt werden. Die letzte Erhöhung der Hebesätze erfolgte zum 1. Januar 2011.

Im Jahr 2019 betrug nach Berechnungen von Uwe Bonow das Defizit im Bereich Fremdenverkehr 299.523 Euro. Den Einnahmen von 140.793 Euro aus dem Fremdenverkehrsbeitrag standen Ausgaben von 440.316 Euro gegenüber. Dieser Betrag wurde an die Hochschwarzwald Tourismus GmbH für Mitarbeiter und Marketing bezahlt.

In der regen Diskusion vor dem Beschluss erschien es einigen Räten wichtig, die Erhöhung gegenüber den Leistungsträgern verständlich zu kommunizieren und die Gründe darzulegen. Dem Vorschlag von Bürgermeisterin Janette Fuchs, die Erhöhung zu staffeln, widersprach der Kämmerer. Dies würde zu weiteren Mindereinnahmen führen, so Uwe Bonow. Freie Wähler Rat Wolfgang Jehle räumte das Defizit ein. Es dürfe jedoch den Kliniken nicht der Schwarze Peter zugeschoben werden.

CDU-Gemeinderat Jörg Zimmermann hätte sich vor einer Erhöhung gerne etwas mehr Vorlaufzeit für die Betriebe gewünscht. Christian Zumkeller, ebenfalls CDU, regte an, in einem Rundschreiben die Gastgeber detailliert zu informieren. Bürgermeisterin Janette Fuchs schlug vor, die Leistungsträger im Rahmen der nächsten Sitzung des Tourismusausschusses in Kenntnis zu setzen.