750 Jahre Todtmoos und zugleich 155 Jahre Trachtenkapelle Todtmoos – die Verbindung dieser beiden Jubiläen anlässlich des Osterkonzertes nannte Bürgermeisterin Janette Fuchs ein deutlich sichtbares Zeichen der Verbundenheit von Trachtenkapelle und Gemeinde, zumal der absolute Höhepunkt dieses Konzertes, die „Sage vom Todten Moos“ aus der Feder des Schopfheimers Markus Götz, eigens zu diesem Konzert entstanden war und darin auch seine Welturaufführung erlebte, nachdem Pater David und der Vorsitzende Matthias Mutter gemeinsam die vor der Bühne aufgestellte Jubiläumskerze entzündet hatten.

Götz konnte an diesem Abend nicht anwesend sein, wird aber beim Kirchenkonzert im Juni, an dem sich alle Musikvereine beteiligen, sein Werk nochmals persönlich dirigieren. Es verarbeitet musikalisch die sagenhaften Anfänge der Geschichte des Wallfahrtsortes als von gefährlichen giftigen Dämpfen heimgesuchter Waldsumpf. Die Wende kam durch einen Leutpriester, der an einem Wurzelstock das Gnadenbild der Gottesmutter fand und an dieser Stelle die erste Gnadenkapelle errichten ließ.

Götz führt die Zuhörer mit seiner modernen dramatischen Blasmusikkomposition mitten hinein in eine unheimliche Szenerie. Stark rhythmische Passagen signalisieren den Kampf mit der unwirtlichen Natur. Choralartige Klänge symbolisieren den Umschwung. Nach einer Verbreiterung spricht der musikalische Satz von Tatkraft und neuem Selbstbewusstsein, fugierte Themeneinsätze stellen den Bezug zum Kirchenbau und zum Wallfahrtsort her. Den drei markanten Schlussakkorden folgten stehende Ovationen des Publikums, sodass Dirigent Martin Kaiser seine Musiker den letzten Teil des Werkes nochmals wiederholen ließ.

In der zweiten Programmhälfte wurde es rockig, fetzig und pfiffig. Manfred Schneiders „Rock Opening“ stellte die markanten Einwürfe der Posaunen und die synkopenreiche Melodie der Trompeten in den Vordergrund, die beiden Solisten Franz-Josef Stoll und Jonas Schwald machten ihrem Titel „Let the Tuba Swing“ alle Ehre.

Die obligatorische Polka hatte sich die Trachtenkapelle an diesem Abend für die Zugaben aufgespart. Nach den „Rolling Stones on Tour“ als erster Zugabe spielte sie „Sommerabend mit dir“, und ließ dabei die tieferen Register mit ihren solistischen Passagen zur Geltung kommen. Den sanften Schlussstrich eines gelungenen Konzertabends bildete der gefühlvolle, oftmals von der Pop-Gruppe Abba gehörte Titel „The Way Old Friends Do“.

Vor der Pause konnte der Vorsitzende Matthias Mutter noch zwei besondere Ehrungen durchführen. Matthias Eckert erhielt für 40 aktive Musikerjahre einen geschnitzten Teller und Franz-Josef Stoll für 50 Jahre einen Gutschein für eine Kreuzfahrt mit einem Segelschiff. Eckert spielte zu Beginn das Flügelhorn, wechselte dann 1989 auf die Trompete. Von 1989 bis 1993 war er Beisitzer und zudem über viele Jahre hinweg Notenwart der Trachtenkapelle. Vom Musikverband erhält er in einer zentralen Ehrungsfeier im Herbst die goldene Ehrennadel verliehen.

Franz-Josef Stoll wird bei dieser Feier die große goldene Ehrennadel überreicht werden. Er spielte zunächst Tenorhorn und wechselte 1973 auf den Bass. Im gleichen Jahr wurde er Kassierer und vier Jahre später erster Vorsitzender. 1983 bis 1987 war er Beisitzer, danach zwei Jahre zweiter und von 1989 bis 2005 wiederum erster Vorsitzender, also insgesamt 32 Jahre in der Vorstandsriege aktiv.

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