Das Akkordeon-Orchester Todtmoos feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Bereits vor Wochen bei der Hauptversammlung wurden Ehrungen langjähriger Mitglieder vorgenommen, am Samstag folgte nun Teil zwei der Feierlichkeiten: Ein großer musikalischer Auftritt in der Wehratalhalle. Bestritten wurde dieser vom gastgebenden Verein und dem Hohner-Akkordeon-Orchester 1927 Trossingen. Dieses renommierte Ensemble mit auf der Bühne zu haben, verlieh dem Abend einen besonderen Glanz. Wer Hohner-Trossingen im Programm stehen hat, der kann Akkordeonmusik in schönster und bester Klangkultur erwarten. Und etwas anderes bot das Konzert in der vollen Halle nicht. Am Erfolg der Veranstaltung hatte aber auch das Todtmooser Orchester großen Anteil. Dieses trat als Projektorchester auf und bot unter Leitung von Anna Kisner Melodien aus den Programmen der vergangenen vier Jahrzehnte.

Das Todtmooser Projektorchester präsentierte sich beim Jubiläumskonzertr in Höchstform.
Das Todtmooser Projektorchester präsentierte sich beim Jubiläumskonzertr in Höchstform. | Bild: Hansjörg Bader

Alle Mitwirkenden durften im Vorfeld Musik-Wünsche äußern und so kam ein bunter Mix aus Kompositionen von zum Teil Welthits zusammen. Und alles gespielt auf Akkordeon mit Begleitinstrumenten und Percussion und durchgängig auf der Linie dieser Musikgattung. Die Todtmooser ergänzten manche Darbietungen noch mit Gesang, Klavier und sogar mit einem Waschbrett. Es sei schon immer Usus gewesen, im Verein andere Instrumente ins Programm einzubauen oder mit kleinen Choreografien und Sketchen die Vorträge zu ergänzen, wie die durch das Progamm führende Marianne Höldin sagte.

Mit großer Konzentration spielten diese Akkordeonistinnen ihren musikalischen Part in der Wehratalhalle. Bild: Hansjörg Bader
Mit großer Konzentration spielten diese Akkordeonistinnen ihren musikalischen Part in der Wehratalhalle. Bild: Hansjörg Bader

Die Zuhörer, unter ihnen Repräsentanten der Musikverbände, waren jedenfalls begeistert. John Miles „Music“ in Akkordeonversion zu hören, war nicht weniger beeindruckend, wie „I Will Follow Him“ aus Sister Act oder das romantische „California Dreamin“. Als Vokalsolisten wirkten Luisa Abend und Marianne Höldin mit, am Klavier spielte Eugenia Kisner. Seit nunmehr 18 Jahren ist Anna Kisner musikalische Leiterin in Todtmoos, inzwischen auch Vorsitzende des Vereines und als Jugend-Ausbilderin nicht weniger geschätzt. Weil sie das derzeit alles in Personalunion leistet, bekam sie von der Bürgermeisterin von Todtmoos, Janette Fuchs, höchstes Lob ausgesprochen. Die Arbeit mit jungen Menschen, diese musikalisch zu erziehen, zu fördern und Gemeinschaft zu vermitteln, das verdiene besondere Anerkennung und hohen Respekt.

Lob für musikalische Leiterin

Aber auch dem Verein galt Fuchs Wertschätzung. Seit Gründung 1978 hätte dieser einen festen Platz im kulturellen Leben des Kurortes und bereichere das Angebot etwa durch seine Konzerte im Kurpark und weitere Auftritte kirchlicher und weltlicher Art. Manfred Kappler (Muggensturm), der Präsident des DHV Landesverbandes Baden-Württemberg, eigentlich in persönlichem Anliegen zum Konzert gekommen, sprach von seinen freundschaftlichen Kontakten, die er schon länger nach Todtmoos unterhalte. Auch dieser gratulierte zum 40-jährigen Bestehen. Nebenbei erfuhren die Besucher, dass es Kappler war, der das Trossinger Weltklasse-Orchester nach Todtmoos vermitteln konnte, sozusagen als größtes Geburtstagsgeschenk. Die Hohner begeisterten ebenfalls das Publikum. Ob klassisch bei Melodien von Franz von Suppé, in Bedrich Smetanas „Moldau“, dem Zyklus von sechs sinfonischen Dichtungen oder dem Musical „West Side Story“ – alles wurde spitzenmäßig interpretiert. Und auch der Boogie-Woogie als Zugabe war virtuoses Klangerlebnis.