Die geplante Komphos-Anlage auf dem Gelände der Bonndorfer Kläranlage beschäftigt weiterhin die Stühlinger Ortsteile in unmittelbarer Nachbarschaft. Wie Schwaningen, durch das die B 315 verläuft, auf der nach dem Bau der Anlage mindestens 14 Lastwagen mehr als derzeit erwartet werden.

So hat Ortsvorsteher Uwe Kredig den Ortschaftsrat nur zu diesem einen Tagesordnungspunkt im Bürgerhus zur Sitzung einberufen. Gut 25 Bürger waren gekommen, um die nötigen Informationen ebenfalls zu erhalten und ihre Meinungen zu äußern.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage Bonndorf (hinten im Bild) soll eine Anlage entstehen, in der entwässerter Klärschlamm zu ...
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kläranlage Bonndorf (hinten im Bild) soll eine Anlage entstehen, in der entwässerter Klärschlamm zu Dünger umgewandelt wird. | Bild: Stefan Limberger-Andris

Uwe Kredig war bemüht, die Informationen wiederzugeben, die er an der Veranstaltung in Wangen vom Bauherren Bernhard Stulz erfahren hatte. Besonders informativ sei die Vorführung eines Films über die Entstehung der Klärschlamm-Verbrennungsanlage mitten in Zürich gewesen. Diese ist nun schon etwa sieben Jahre in Betrieb und scheint die Züricher Bevölkerung nicht wirklich zu stören.

Was jedoch für die Zuschauer deutlich wurde, ist die Tatsache, dass diese Anlage nicht seitab in der unberührten Natur entstanden ist sondern genau dort, wo auch der meiste Klärschlamm anfällt. In unserer Region könnte eine solche Anlage in Freiburg, Waldshut-Tiengen oder Bad-Säckingen entstehen, äußerten einige anwesende Bürger. Sie kritisierten, dass die Anlage – wie jetzt geplant, mitten in der Natur entstehen soll. Der Ortsvorsteher berichtete, dass er im Ort eine Befragung zur geplanten Anlage durchgeführt habe. Dabei seien gut 80 Prozent dagegen gewesen, zehn Prozent dafür und zehn Prozent sei es egal gewesen.

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Aus den Reihen der Bürger kamen an diesem Abend zahlreichen Fragen, wie beispielsweise: Weiß die örtliche Freiwillige Feuerwehr, wie ein Brand in der Anlage zu löschen wäre? Ist sie überhaupt für Chemieunfälle ausgerüstet? Was passiert bei Störfällen? Was spucken die Schornsteine aus? Was hindert die Firma daran, die Anlage später einmal zu vergrößern? Wo soll das Wasser für die Anlage herkommen? Ist bei uns dann der Ehrenbach leer?

Ängste und Verärgerung

Es wurde deutlich, dass auch in Schwaningen große Ängste vorherrschen. Spürbar war an diesem Abend auch die Verärgerung darüber, dass Bonndorf diese Anlage „quasi an die Gemarkungsgrenze zu Stühlingen“ setzen will. Bruno Basler aus Wangen, Mitglied der dortigen Bürgerinitiative „BI gegen Komphos-Anlage Bonndorf“, hat ausgerechnet, dass zehn Prozent der gesamten Klärschlammmenge von Baden-Württemberg in dieser Anlage bearbeitet würden. In diesem Zusammenhang zeigte er sich verwundert, dass von einer „kleinen Anlage“ gesprochen werde. Basler appellierte an die Schwaninger Bürger, sich der Wangener Initiative anzuschließen. Bis zum 22.August müssen die Stellungnahmen im Rathaus Bonndorf sein, um noch berücksichtigt zu werden.

Zum Abschluss der Sitzung stimmte der Ortschaftsrat über die Punkte ab, die aus Sicht Schwaningens in die Stellungnahme der Stadt Stühlingen einfließen sollten: „Die Anlage ist für die lokalen Gegebenheiten überdimensioniert, es zerstört das Landschaftsbild von Wiesen, Felder und Wasserlauf (Ehrenbach) und fördert die Gefahr von Hochwasser. Je nach Windrichtung (vorherrschend sind Westwinde) ist eine Emissionsbelästigung zu erwarten. Gemäß der Berechnungen ist ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu erwarten. Die Belastungen werden auf die Gemeinde Stühlingen abgewälzt. Die Sicherheit der Trinkwasserleitungen muss gewährleistet sein.“

Die Abstimmung erfolgte einstimmig. Nach der Sitzung diskutierten die Bürger noch längere Zeit über die geplante Anlage.

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