Neben mehr Schülerzügen sollen mittelfristig auch Triebwagen in den Ferienzeiten auf der Strecke von Waldshut nach Stühlingen pendeln. Im Blick behalten will Brinkmann auch die Erweiterung der Strecke bis Weizen. Hintergrund ist hier, dass Berufspendler mit der Bahn den größten Arbeitgeber der Region erreichen sollen.

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  • Geschichte der Sanierung: Bereits vor 15 Jahren wurden Sanierungspläne vorgestellt. „Die Summe, die damals errechnet wurde, hat aber alle Beteiligten zutiefst erschreckt“, erklärte der Bahnbetriebsleiter aus Blumberg. Der „Glaube an die Bahn“ habe sich inzwischen im Wutachtal aber weiterentwickelt. Was mit einem Schülerzug nach Wutöschingen begann, ist heute eine Verbindung, die nicht nur Schüler von Waldshut bis Stühlingen gerne nutzen, so Brinkmann. Heute fährt der Triebwagen der DB-Regio von Montag bis Freitag vier Mal von Waldshut nach Stühlingen und zurück.
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  • Modernisierung: Derzeit sind die Bahnbetriebe Blumberg dabei, die Infrastruktur auf der Strecke Lauchringen bis zum Schulzentrum in Stühlingen zu modernisieren. Brinkmann erzählte von einem Gleis, das den Stempel von 1898 trägt: „Und sie sind nicht unsicher, schon damals hat man auf Nachhaltigkeit gesetzt!“ Mit dem Verschweißen der Gleise will man die Voraussetzungen dafür schaffen, auf mehr Teilabschnitten mit Tempo 80 zu fahren. Brinkmann rechnet dafür mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro, 900.000 Euro kommen als Zuschuss vom Land. Derzeit beträgt die Fahrzeit zwischen der Kreisstadt und Stühlingen 41 Minuten. Damit sei die Bahn auf jeden Fall schneller als die Busverbindung auf dieser Strecke. Ziel sei eine um vier Minuten kürzere Fahrzeit mit der Wutachtalbahn, um die Taktung mit der Hochrheinbahn hinzubekommen.
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  • Entwicklung: Der Geschäftsführer der Bahnbetriebe Blumberg freute sich, dass kleinere Bahnen in den Fokus der Politik rücken. Die Wutachtalbahn sieht er dabei in einer guten Position, weil hier schon viel getan wurde. „Wir sind für die Weiterentwicklung gerüstet“, sagte er dem Gremium. Um die Fahrzeit weiter zu verkürzen, sollen auch die Bahnübergänge modernisiert werden. Im Spätjahr 2021 sollen nach Abschluss eines langwierigen Planverfahrens, die Übergänge in der Eichwiesenstraße (Schulzentrum) und in der Hallauer Straße technisch gesichert werden. Einige Bahnübergänge werden künftig mit Schranken ausgestattet, andere mit Signalanlagen: „Damit wollen wir erreichen, dass die Züge ihr Tempo nicht mehr so oft verlangsamen müssen!“ An Übergängen, an denen nur ein Andreaskreuz steht, muss der Triebwagen sein Tempo auf fünf Stundenkilometer drosseln, erklärte Brinkmann. Die Kosten allein für die Ertüchtigung der sechs Übergänge auf Stühlinger Stadtgebiet beziffert der Experte auf 1,9 Millionen Euro, von denen die Bahnbetriebe ein Drittel zu tragen hätten. „Das ist ein extrem großer Batzen“, machte der Geschäftsführer die finanzielle Belastung in den kommenden drei Jahren für die Bahnbetriebe deutlich. Die Kommune wird nicht an diesen Kosten beteiligt.
  • Zukunftspläne: Der Bau von weiteren Haltestellen ist aufgrund der hohen Kosten nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der Bahnbetreiber. Geplant ist die Verlegung der Haltestelle in Eggingen in der Verlängerung der Bushaltestelle sowie Bahnsteige in Eberfingen, Ofteringen und Horheim. Das Potenzial der Bahnstrecke soll weiter ausgebaut werden: Mehr Schülerzüge und Bahnverkehr auch in den Ferienzeiten stehen auf der Agenda. Ebenso die Verlängerung bis zu Sto nach Weizen. Derzeit sei aber nicht geplant, die Verbindung bis nach Grimmelshofen weiterzuführen. „Völlig ausschließen möchte ich das aber nicht“, betonte Brinkmann. Dasselbe gelte für den Bau von Pendler-Parkplätzen.

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